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22.08.2018, 19:41 Uhr KOMMENTAR ZU BUNDESHILFEN

Klöckner und die Dürre-Krise: Bewährungsprobe bestanden

Kommentar von Dirk Fisser

Julia Klöckner. Foto: dpaJulia Klöckner. Foto: dpa

Osnabrück. Die Bundesregierung macht den Weg frei für Nothilfen angesichts der Dürre-Krise in der Landwirtschaft. Ein Kommentar.

Julia Klöckner ist die politische Gewinnerin dieses Dürre-Sommers. Während andere Regierungsmitglieder das politische Sommerloch mit semispannenden Touren durchs Land oder fragwürdigen Rentenkonzepten zu füllen versuchten, hat die Bundeslandwirtschaftsministerin ihre erste ernsthafte Bewährungsprobe souverän bestanden. Sie hat sich dabei als Vernunftpolitikerin präsentiert, die sorgfältig zwischen den Interessen der Landwirtschaft und denen der Steuerzahler abgewogen hat.

Die Entscheidung am Ende dieser Abwägung ist genau richtig. Die folgenschwere Trockenheit rechtfertigt es, dass der Bund sich mit 150 bis 170 Millionen Euro an der Rettung besonders betroffener Bauernhöfe beteiligt. Das ist im Übrigen deutlich mehr Geld, als bis vor Kurzem noch aus Berliner Kreisen kolportiert worden war. Mit der vom Bauernverband ins Spiel gebrachten Milliarde hatten ja nicht einmal die Landwirte selbst gerechnet.

Und so hat eigentlich niemand etwas zu meckern an dieser Entscheidung. Im Kern nicht einmal die Grünen – und das muss man erst einmal schaffen! Die Oppositionspartei weist wie andere aber zu Recht darauf hin, dass sich die Branche besser auf Wetterextreme infolge des Klimawandels vorbereiten muss. Auch dabei kann eine Bundesregierung helfen.

Krisenmanagerin kann Klöckner. Jetzt muss sie noch beweisen, dass sie auch politische Weichen stellen kann.


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