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22.08.2018, 18:42 Uhr STUDIE ZU PRIVATHAUSHALTEN

Bei Energiewende noch Luft nach oben

Kommentar von Uwe Westdörp

Noch immer die Ausnahme: Solaranlage auf einem Hausdach.  Foto: Andreas WeberNoch immer die Ausnahme: Solaranlage auf einem Hausdach. Foto: Andreas Weber

Osnabrück . Die gute Nachricht zuerst: Die Energiewende findet in Deutschland breite Zustimmung. Doch die schlechte Nachricht folgt sogleich: In der Praxis hat das keine allzu große Bedeutung. Ein Kommentar.

Im Prinzip sind die allermeisten Deutschen dafür, in der Praxis machen aber nur wenige mit: Die Bilanz der Energiewende fällt mager aus, wenn man sich die privaten Haushalte anschaut. Solaranlagen, Wärmepumpen sowie Elektro- oder Hybrid-Autos sucht man meist vergebens. Das ist umso bedauerlicher, als auch die Bundesregierung ihren Zielen beim Umwelt- und Klimaschutz weit hinterherhinkt. Gesagt ist eben noch lange nicht getan.

Damit aus Deutschland wieder ein klimapolitischer Vorreiter wird, muss also viel geschehen. Jeder einzelne sollte sich prüfen, wie er saubere Energie nutzen und seinen Verbrauch senken kann. Wo das Geld nicht reicht, muss es gezielte Förderungen geben, damit dem guten Willen der Bundesbürger auch Investitionen folgen.

Neues aufzubauen, reicht freilich nicht aus. Zugleich muss Deutschland Altes abbauen, sprich Kohlekraftwerke schließen. Dass ein Hochtechnologieland wie die Bundesrepublik immer noch in großem Stil auf solche Dreckschleudern zurückgreift, ist unverständlich. Denn Gaskraftwerke sind deutlich umweltfreundlicher. Sie sollten die Grundlast abdecken, bis es gelingt, ausreichend Strom aus erneuerbaren Energien zu speichern.

Natürlich muss der Strukturwandel gestaltet werden. Die Stromkosten dürfen nicht explodieren und es müssen sozialverträgliche Lösungen für viele Beschäftigte gefunden werden – eine große Herausforderung für die Kohlekommission, der man nur eine Empfehlung eben kann: Gas geben.


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