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22.08.2018, 17:47 Uhr KOMMENTAR

Trump ist in der Bredouille aber noch lange nicht am Ende

Kommentar von Thomas Ludwig

Da steht er und kann nicht anders: „Nein, ich bin nicht beunruhigt, weil ich nichts falsch gemacht habe“, sagt US-Präsident Donald Trump.Foto: Mandel Ngan/AFPDa steht er und kann nicht anders: „Nein, ich bin nicht beunruhigt, weil ich nichts falsch gemacht habe“, sagt US-Präsident Donald Trump.Foto: Mandel Ngan/AFP

Osnabrück. Das Umfeld von US-Präsident Trump ist verlogen und durchtrieben. Das wirft immer tiefere Schatten auch auf den Chef im Weißen Haus selbst. Wer aber auf eine rasche Amtsenthebung hofft, sollte sich nicht zu früh freuen.

US-Präsident Donald Trump hat Grund, nervös zu sein. Mit seinen Vertrauten Paul Manafort und Michael Cohen sind gleich zwei Ex-Mitarbeiter des Präsidenten schwerer Straftaten schuldig. Das zeigt, wie verlogen und durchtrieben das Trump’sche Umfeld ist.

Gleichzeitig stärkt es die Glaubwürdigkeit der Ermittler, die die Russland-Affäre um Wahlkampfbetrug im Kreise des Präsidenten untersuchen. Und das ist gefährlich für Trump. Sollte es den Demokraten gelingen, bei den Zwischenwahlen im November die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu erringen, würden sie mit Freude ein Amtsenthebungsverfahren vorantreiben.

Trumpianer werden Reihen schließen

Um genau das zu verhindern, werden Trumps Anhänger aber die Reihen schließen, unabhängig von möglichen Rechtsbrüchen ihres Idols. Europäische Politiker mögen den Anfang vom Ende Trumps noch so sehr herbeisehnen – es wäre verfrüht. Schon als Immobilien-Tycoon hat der heutige Präsident in schwieriger Lage Steherqualität bewiesen. Zudem wird seine Politik noch in die Zukunft wirken.

Wenn Bundesaußenminister Heiko Maas nun also mit einer Strategie der Emanzipation auf das gereizte transatlantische Gefüge reagieren will, so ist das nur folgerichtig. Doch aufgepasst: Die EU ist außen- und sicherheitspolitisch noch lange nicht so aufgestellt, dass man alsbald auf die Schutzmacht USA verzichten könnte.


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