Ein Bild von Manuel Glasfort
20.08.2018, 18:52 Uhr FÖRDERUNG FÜR SPIELEHERSTELLER

Mittel der Kulturpolitik

Kommentar von Manuel Glasfort

PC- und Videospiele sind längst ein Massenphänomen und Kulturgut. Das Bild zeigt Besucher der Gamescom im Jahr 2018. Foto: dpa/Oliver BergPC- und Videospiele sind längst ein Massenphänomen und Kulturgut. Das Bild zeigt Besucher der Gamescom im Jahr 2018. Foto: dpa/Oliver Berg

Osnabrück. Die Videospielbranche in Deutschland reiht sich ein in die Schlange der Bittsteller. Einen Fördertopf für Elektromobilität gibt es längst, gerade erst haben Windradhersteller die Politik um Hilfe ersucht. Subventionswildwuchs wohin man schaut. Beihilfen sollten in der Marktwirtschaft die absolute Ausnahme sein – und die sollte man im Fall der Games-Branche machen.

PC- und Videospiele sind viel mehr als nur ein tumber Zeitvertreib für Jugendliche. Kaum jemand bestreitet heute, dass Games ein Kulturgut sind, ähnlich wie Filme oder Musik. Und so wie der Staat den Filmproduzenten bei teuren Produktionen unter die Arme greift, wäre auch ein Games-Fonds ein Mittel der Kulturpolitik. Der Bund würde zugleich einen Wettbewerbsnachteil gegenüber der gepäppelten Konkurrenz andernorts ausgleichen.

Die ist längst enteilt. Zu lange hat die deutsche Politik das Thema vernachlässigt. Das ist umso ärgerlicher, als die Spieleindustrie nicht nur eine wachstumsstarke Zukunftsbranche ist, sondern ihre Innovationen wie Virtual Reality auch auf andere Branchen wie die Automobilindustrie abstrahlen.

Niemand sollte sich Illusionen machen: Staatliche Fördermittel werden Games Made in Germany nicht über Nacht zu Verkaufsschlagern machen. Doch ein wichtiges Signal wären sie allemal.


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