Gamescom in Köln beginnt Spielebranche verlangt Fördergelder

Meine Nachrichten

Um das Thema Politik Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Zur diesjährigen Gamescom in Köln werden wieder hunderttausende Besucher erwartet. Foto: dpaZur diesjährigen Gamescom in Köln werden wieder hunderttausende Besucher erwartet. Foto: dpa

Osnabrück. Das Geschäft mit Computer- und Videospielen boomt. Deutsche Entwickler profitieren allerdings nicht davon. Die Branche beklagt fehlende Förderung und appelliert zum Start der Messe Gamescom an die Politik, aktiv zu werden.

Angesichts sinkender Marktanteile hat die deutsche Videospielindustrie die Bundesregierung dazu aufgefordert, den geplanten Förderfonds für die Branche rasch umzusetzen. „Die Formulierung im Koalitionsvertrag war ein tolles Signal. Jetzt werden wir langsam ungeduldig und erwarten eine schnelle Umsetzung“, sagte Felix Falk, Geschäftsführer des Branchenverbands Game, am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion.

Digitale Spiele sind längst ein Milliardenmarkt, der weiter stark wächst: Mit Spielen für PC, Spielekonsolen und mobile Geräte wurden in Deutschland laut Verband 2017 rund 2,4 Milliarden Euro umgesetzt, zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Das Gros der Spiele wird im Ausland entwickelt, der Anteil deutscher Produktionen fiel auf zuletzt nur noch 5,4 Prozent. „Das ist wirklich eine sehr beunruhigende Entwicklung und weit unter unserem Potenzial“, sagte Falk.

Der Game-Geschäftsführer verweist auf deutlich niedrigere Produktionskosten in Ländern wie Frankreich, Kanada oder Großbritannien. „Der Grund liegt darin, dass diese Länder früh angefangen haben, die Games-Entwicklung zu fördern.“ In Deutschland gebe es bisher eine Förderung auf Bundesebene.

Noch kein Gesetzentwurf

Das will die Große Koalition ändern. Union und SPD hatten sich in den Koalitionsgesprächen auf ein Förderprogramm für die Spielebranche verständigt. Zurzeit befassten sich Experten mit der Umsetzung des Games-Fonds, sagte eine Sprecherin von Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitalisierung. Einen Gesetzentwurf gebe es derzeit aber noch nicht.

Laut Branchenverband müsste der Fonds zu Beginn ein Volumen von rund 50 Millionen Euro haben, um für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen. Falk betonte: „Diese Unterstützung kommt in Form von zusätzlichen Steuereinnahmen vielfach wieder zurück.“ Er mahnte die Politik zur Eile, „gerade weil wir sehen, wie dynamisch sich der Markt entwickelt, während wir in Deutschland immer stärker abgehängt werden. Irgendwann sehen wir nur noch die Rücklichter der anderen Länder.“

Andrang bei Gamescom erwartet

In Köln eröffnet heute Europas größte Spielemesse Gamescom. Nach einem Besucherrekord von 350000 im vergangenen Jahr erwarten die Veranstalter auch für die zehnte Auflage des Branchentreffens regen Andrang von Fachbesuchern und Spielefans aus aller Welt. Eine Rekordzahl von 1035 Ausstellern präsentiert dem Messepublikum bis Samstag ihre Neuheiten. Nach einem Fachbesucher- und Medientag steht das Messegelände ab Mittwoch allen Besuchern offen. (Hier weiterlesen: Das sind die Highlights der Gamescom 2018)


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN