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Familienministerin mit froher Botschaft Schwangerschaft macht Kristina Schröder zum Medienstar – Amtsgeschäfte trotz Mutterschutz

Von Beate Tenfelde

ARCHIV - Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) und ihr Mann Ole kommen am 26.11.2010 zum Bundespresseball im Hotel Intercontinental in Berlin und nehmen an ihrem Tisch Platz. Schröder wird zum ersten Mal Mutter. Die 33jährige CDU-Politikerin erwartet den Nachwuchs im Juli, berichtet die «Bild»-Zeitung. Foto: Hannibal dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++Freuen sich auf das Babyglück: Familienministerin Kristina Schröder und Ehemann Ole. Das Foto entstand im vergangenen November beim Bundespresseball in Berlin. Foto: dpaARCHIV - Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) und ihr Mann Ole kommen am 26.11.2010 zum Bundespresseball im Hotel Intercontinental in Berlin und nehmen an ihrem Tisch Platz. Schröder wird zum ersten Mal Mutter. Die 33jährige CDU-Politikerin erwartet den Nachwuchs im Juli, berichtet die «Bild»-Zeitung. Foto: Hannibal dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++Freuen sich auf das Babyglück: Familienministerin Kristina Schröder und Ehemann Ole. Das Foto entstand im vergangenen November beim Bundespresseball in Berlin. Foto: dpa

Berlin. Das gab es in der deutschen Politik noch nicht: Kristina Schröder bekommt als erste Bundesministerin im Amt ein Kind. Sie will die gesetzliche Mutterschutzzeit von 14 Wochen zu Hause bleiben. Das bedeutet aber nicht, dass sie ihre Amtsgeschäfte ruhen lässt.

Eine Ministerin steht nämlich in einem öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnis. Anders als für Beamtinnen oder Angestellte gibt es Mutterschutzregeln für sie nicht. Auch ein Elterngeld kann sie nicht erwarten, teilte das zuständige Innenministerium mit. Schröder wird also ihr Amt auch in der Babypause nicht ruhen lassen und notwendige Entscheidungen persönlich treffen.

Im normalen Geschäftsbetrieb wird sie von ihren Staatssekretären vertreten. „Ich werde gern zusätzliche Aufgaben übernehmen“, freut sich der Lingener Hermann Kues über das Mutterglück seiner Chefin. Die Vertretung im Ministerrang obliegt Forschungsministerin Annette Schavan (CDU).

„Wir sind sehr glücklich und dankbar und hoffen, dass alles gut geht“, teilten Kristina und Ole Schröder – er ist Staatssekretär im Innenministerium– via „Bild“-Zeitung mit. „Wir werden dann vor den gleichen Herausforderungen stehen wie viele andere Paare in Deutschland, bei denen beide beruflich sehr gefordert sind [...]. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir das auch mit Unterstützung unserer Familien hinbekommen.“

Rundum Glückwünsche für die Jüngste in Kanzlerin Angela Merkels Kabinett: Fröhlich lächelnd schlüpft die 33-Jährige gestern im Bundestag in die zweite Reihe der Regierungsbank – gerade hat Agrarministerin Ilse Aigner „frohe Botschaften“ für Verbraucher als Folge des Dioxin-Skandals verkündet.

Schröders frohe Botschaft ist schon zu sehen: Ein kleines Baby-Bäuchlein wölbt sich unter dem roten Top, das sie unter dem schwarzen Blazer trägt. Sie macht derzeit die schönsten Schlagzeilen für die Regierung, ihr Start fiel dagegen eher mäßig aus. Kann die das? Sie ist nicht Mutter und will Familienpolitik machen? Kristina Schröder stieß auf massive Vorbehalte, als sie am 30. November 2009 als Familienministerin vereidigt wurde. Als Qualifikation für den Job galt in erster Linie dies: Sie kommt aus Hessen, und dieses Bundesland muss im Kabinett vertreten sein.

Fleiß und Ehrgeiz waren schon in Schule und Studium Schröders Markenzeichen. Mit 14 Jahren ging sie in die Junge Union. 2002 schloss sie ihr Studium als Diplom-Soziologin ab, 2009 folgte die Promotion beim Parteienforscher Jürgen Falter. Wochenlang zog sich Schröder zurück und büffelte Familienpolitik, um mit CDU-Star Ursula von der Leyen mithalten zu können. Die hatte zuvor als Familienministerin wie ein Wirbelwind gewirkt. „Blitzstart ohne zündende Idee“ – solche Schlagzeilen gab es für Schröder, die Tochter einer gutbürgerlichen Familie in Wiesbaden. Die Schwangerschaft hat die Politikerin nun zum Medienstar gemacht.