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20.08.2018, 17:41 Uhr IMMOBILIENMARKT LÄUFT HEIß

Wohnungsnot ist die neue soziale Frage

Kommentar von Marion Trimborn

Die Wohnungsnot wird zur neuen sozialen Frage. Foto: Andrea Warnecke/dpaDie Wohnungsnot wird zur neuen sozialen Frage. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Osnabrück. Die Preise für Mieten und Immobilien steigen rasant - und die Politik sieht zu. Das rächt sich bitter. Viele Bürger werden abgehängt, es entsteht eine neue soziale Frage. Bund, Länder und Kommunen müssen endlich aufwachen und sich einmischen. Ein Kommentar

Wie kann es sein, dass Mieten und Immobilien seit Jahren rasant steigen und die Politik einfach zusieht? Egal ob Bund, Länder oder Kommunen, sie alle versagen und überlassen Investoren den Wohnungsmarkt. Das hat fatale Folgen und lässt den Markt heiß laufen, die Wohnungsnot wird zur neuen sozialen Frage. Für immer mehr Bürger bleiben die eigenen vier Wände ein Traum, zumal die Gehälter nicht schnell genug mitsteigen. Besserung ist nicht in Sicht: Die Nachfrage dürfte noch lange hoch bleiben, nicht nur wegen des Flüchtlingszuzugs, sondern auch der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank, die Immobilien zur einzig sicher scheinenden Geldanlage in unsicheren Zeiten macht.

Wenn die Politik dann doch mal eingreift, doktert sie meist nur an den Symptomen der Misere herum. Mietpreisbremse? Schlecht gemacht und wirkungslos, weil Sanktionen fehlen, Baukindergeld? Nette Idee, aber nicht mehr als ein Förder-Placebo.

Dabei gibt es Lösungen. Die öffentliche Hand muss das Bauen erleichtern, sprich mehr Bauland in großem Stil ausweisen und überbordende Vorschriften abbauen. Der Bund sollte Grundstücksspekulationen eindämmen und zockenden Großinvestoren das Handwerk legen. Auch mehr Geld für den sozialen Wohnungsbau und eine Verschärfung der Mietpreisbremse sind nötig. Natürlich dürfen staatliche Eingriffe nicht überhand nehmen – aber am Immobilienmarkt sind sie ohne Alternative.


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