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20.08.2018, 16:56 Uhr KOMMENTAR

Taliban in Afghanistan auf der Siegerstraße

Kommentar von Michael Clasen

Niedergebrannter Markt: Die Stadt Ghazni war mehrere Tage zwischen den Taliban und afghanischen Regierungstruppen umkämpft. Die Aufständischen konnten aus der Stadt zurückgedrängt werden. Foto: AFPNiedergebrannter Markt: Die Stadt Ghazni war mehrere Tage zwischen den Taliban und afghanischen Regierungstruppen umkämpft. Die Aufständischen konnten aus der Stadt zurückgedrängt werden. Foto: AFP

Osnabrück. Die Tragödie namens Afghanistan hat sich zu einem nicht enden wollenden Albtraum entwickelt.

Die Tragödie namens Afghanistan hat sich zu einem nicht enden wollenden Albtraum entwickelt. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 stürzten die USA die Taliban in Kabul und zerstörten die Rückzugsorte von Al Kaida. Das war damals notwendig. Doch was dann folgte, entwickelte sich zu einem Desaster.

Bei allen Teilerfolgen beim Wiederaufbau des seit vielen Jahrzehnten von Krieg und Bürgerkrieg gebeutelten Krisenherdes ist es dem Westen nicht gelungen, die Extremisten nachhaltig zu besiegen. Mehr als 3000 Alliierte sind gestorben, darunter mehr als 2300 US-Soldaten und fast 60 Bundeswehrangehörige. Milliarden über Milliarden an Hilfen sind nach Afghanistan geflossen. Doch der Einfluss der Taliban ist nicht gesunken, sondern wieder gestiegen.

Das neuerliche Bitten der afghanischen Regierung um einen Waffenstillstand zeugt von Schwäche. Wie viele Friedensinitiativen zuvor wird auch diese in einem Misserfolg münden. Denn die Islamisten kalkulieren damit, dass der Westen früher oder später das Land aufgeben wird. Sie selbst haben bewiesen, dass sie trotz massiver Verluste nicht kapitulieren. Die Taliban setzen weiter auf Terror. Jetzt, wo sie sich auf der Siegerstraßen wähnen, werden sie sich sicherlich nicht einem US-Diktat beugen.


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