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20.08.2018, 16:47 Uhr ERINNERUNG AN HOLOCAUST

Warum Heiko Maas nach Auschwitz reisen musste

Kommentar von Uwe Westdörp

„Die Hölle auf Ersden“:  Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) im  ehemaligen deutschen Konzentrationslager Auschwitz. Foto: Michael Kappeler/dpa„Die Hölle auf Ersden“: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) im ehemaligen deutschen Konzentrationslager Auschwitz. Foto: Michael Kappeler/dpa

Osnabrück . Außenminister Heiko Maas hat bei seinem Besuch in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz an die deutsche Verantwortung für den Mord an Millionen Menschen durch die Nationalsozialisten erinnert. „Wir brauchen diesen Ort, unsere Verantwortung endet nie“, sagte der SPD-Politiker. Leider sehen das nicht alle so. Ein Kommentar.

Nie wieder! Das frühere Vernichtungslager Auschwitz mahnt wie kaum ein anderer Ort, wie wichtig es ist, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten. Das schuldet die Menschheit den vielen Opfern. Und es ist der beste Schutz davor, dass sich solches Grauen wiederholt.

Das gilt umso mehr, als Holocaust-Leugner und Geschichtsklitterer nicht verstummen. Auch Deutschland, das Land, von dem der beispiellose Vernichtungsfeldzug gegen die Juden ausging, macht da leider keine Ausnahme. Unvergessen sind etwa die skandalösen Hetzreden eines Björn Höcke, der eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ gefordert hat und trotzdem weiter in der AfD geduldet wird.

Diesem Skandal setzt Außenminister Heiko Maas das Signal entgegen, dass Deutschland zu seiner Verantwortung steht – gestern, heute und morgen. Auch kommende Generationen stehen in der Pflicht, die Erinnerung wachzuhalten und so zu demonstrieren: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Gelingen kann dieser Kampf nur mit absoluter Offenheit und ohne Denkverbote. Auch die polnischen Holocaust-Gesetze, die sich – sehr weit interpretierbar – gegen die Behauptung einer Komplizenschaft Polens richten, sind deshalb fragwürdig. Denn zur ganzen Wahrheit gehört, dass die deutschen Täter Helfer hatten – auch in Polen.


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