Serie: Ritterorden gestern und heute Zwischen Schwert und Kreuz: der Deutsche Orden

Meine Nachrichten

Um das Thema Politik Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Er verband zu Zeiten der Kreuzzüge die Rollen von Ritter und Mönch und gründete sogar seinen eigenen Staat – heute ist der Orden der Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem, kurz Deutscher Orden, mit 1100 Mitgliedern einer von drei Orden, die dem Papst unterstellt sind.

Kreuz und Schwert, blutige Schlachten und Karitas, Unterwerfung und Mission: Das ist das Bild des Deutschen Ordens. Er war der erste deutsche und nach Johannitern und Templern der drittgrößte geistliche Ritterorden in der Zeit der Kreuzzüge; herrschte zwischenzeitlich über einen eigenen Staat.

Der Legende nach hat der Deutsche Orden seinen Ursprung in einer Bruderschaft aus Bremer und Lübecker Kaufleuten, die im Jahre 1190 in Akkon, einer Hafenstadt im heutigen Nordisrael, ein Feldlazarett zur Pflege hilfsbedürftiger Pilger und verwundeter Kreuzfahrer errichteten. Diese Spitalbruderschaft wurde acht Jahre später schließlich von adligen deutschen Kreuzfahrern in einen Ritterorden umgewandelt. Bald darauf breitete sich der Orden immer weiter in Europa aus, eroberte große Gebiete des Baltikums und in Teile Polens. Noch heute erinnern die ehemaligen Ritterburgen viele Osteuropäer an die blutige Vergangenheit des Ordens. Im 13. Jahrhundert gründete dieser einen eigenen Staat in den slawischen Gebieten östlich des Deutschen Reiches. In Marienburg, dem heutigen polnischen Malborg bei Danzig, errichteten die ritterlichen Landherren eine der größten Burganlagen des Mittelalters, die zum Sitz des Ordens und seiner Großmeister wurde. So wuchs der Ordensstaat zur stärksten Macht im Ostseeraum heran.

Historiker sprechen von großer Grausamkeit, von Unterdrückung und der Missionierung, die als Ziel vielfach nur vorgeschoben wurde: Bei der Eroberung Danzings etwa kämpften Ordensritter gegen Christen.

Mit der Schlacht bei Tannenberg 1410, bei der die Ritter einem polnisch-litauischen Heer unterlagen, musste der Orden jedoch erhebliche Gebietsverluste hinnehmen und verlor an Bedeutung. Sein letztes Territorium musste er zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgeben.

1929 wurde dann schließlich der Ritterbrüderzweig aufgelöst und der übrige Teil von Papst Pius XI. in einen rein geistlichen Orden der „Brüder des deutschen Hauses Sankt Mariens in Jerusalem“ umgewandelt. Er untersteht damit als einer von drei Orden mit seinen rund 1100 Mitgliedern auch heute noch dem Heiligen Stuhl. „Die seit 1198 bestehende ritterliche und kämpferische Tradition wurde damit aufgegeben, es fand eine Rückkehr zu den karitativen Aufgaben statt, wie sie sicher auch in der ursprünglichen Gründung des deutschen Hospitals vor Akkon 1190 eine Rolle spielten“, sagt der Historiker Jürgen Sarnowsky. Dem Orden gehören seitdem auch das Institut der Deutschordensschwestern und die Familiaren als Laiengemeinschaft an.

Und heute? „Unsere Mitglieder, wie jeder engagierte Christ, sind ganz besonders aufgerufen, christliche Werte auch mit einer gewissen Form der Zivilcourage zu vertreten. Das ist durchaus eine Aufgabe, die eine heutige Form von früherer Ritterlichkeit darstellt und in besonderer Weise den Familiaren aufgetragen ist“, erklärt Hochmeister Bruno Platter. Er ist seit 2000 der Leiter des Ordens, wird sein Amt allerdings bald abgeben.

Die Gemeinschaft ist heute mit ihren Provinzen in Deutschland, Österreich, Italien, Slowenien, Tschechien und der Slowakei vertreten. In jeder dieser Provinzen befindet sich ein Haupthaus als Mutterkloster, in dem die Provinzleitung ihren Sitz hat. In Deutschland ist dieser für die Ordensbrüder im oberbayrischen Landkreis Miesbach und für die Deutschordensschwestern in Passau.

Das Wirken des Ordens beschreibt Platter mit vier Säulen: „Die primäre Aufgabe ist die religiöse. Die Mehrzahl der Priester ist in der Seelsorge tätig, das ist die Kerntätigkeit.“ Es gehe darum, Gott zu dienen in der Nachfolge Christi.

Der zweite Tätigkeitsbereich sei der sozial-karitative. Als dritte Komponente zähle der kulturelle Sektor inklusive der Bereiche Pädagogik, Didaktik und Kunst. Und zu guter Letzt die vierte Säule, die heute durch die Familiaren vertreten sei. Mit einer Mitgliederzahl von 900 machen zahlenmäßig sie den größten Anteil des Ordens aus. Ihr Wirken beschreibt Platter als weltanschaulich, gesellschaftsformend und -prägend. Wie der Orden im Mittelalter durch seinen eigenen Ordensstaat gesellschaftlich formend aufgetreten sei, „so ist heute das Engagement eines engagierten Christen im Umfeld heutiger Berufssituationen und heutiger Gesellschaft gefragt.“ Sie unterstützen die Werke des Ordens außerdem „durch Beratung, Spenden oder auch durch persönliche Dienste“.


Drei Fragen an Hochmeister Bruno Platter:

Wie die Johanniter und Malteser hat der Deutsche Orden seinen Ursprung in den Kreuzzügen. Warum ist der Deutsche Orden im Gegensatz zu den anderen allerdings eher unbekannt?

Unsere Schwerpunkte sind immer lokal und regional. Das heißt also, wir haben einzelne Niederlassungen und Häuser, in denen wir tätig sind und uns dort tatkräftig einsetzen. Wir arbeiten mehr im Stillen, im Kleinen, im räumlich Überschaubaren, also wirklich vor Ort in den Einrichtungen. Aber bei Großereignissen, bei denen die ganze Welt hinschaut, sind wir nicht präsent.

Die christliche Kirche beklagt bekanntlich seit Langem ein starker Mitgliederschwund. Wie sehr äußert sich das auch im Orden?

In einigen Provinzen, auch in der deutschen oder der tschechischen Provinz, haben wir eine Nachwuchssituation, die durchaus zufriedenstellend ist. Schwierig ist es bei den Ordensschwestern, dort haben wir leider die generelle Krise, die mehr oder weniger bei nahezu allen Schwesterngemeinschaften heutzutage auftritt. Bei den Brüdern haben wir erfreulicherweise keinen Rückgang der Zahlen gegenüber früheren Zeiten.

Im Jahr 2000 musste die deutsche Deutschordensprovinz ihre Zahlungsunfähigkeit erklären und entging nur knapp einer Liquidation. Wie steht es aktuell um den Orden?

Unsere Schwerpunkte sind immer lokal und regional. Das heißt also, wir haben einzelne Niederlassungen und Häuser, in denen wir tätig sind und uns dort tatkräftig einsetzen. Wir arbeiten mehr im Stillen, im Kleinen, im räumlich Überschaubaren, also wirklich vor Ort in den Einrichtungen. Aber bei Großereignissen, bei denen die ganze Welt hinschaut, sind wir nicht präsent.

Wie die Johanniter und Malteser hat der Deutsche Orden seinen Ursprung in den Kreuzzügen. Warum ist der Deutsche Orden im Gegensatz zu den anderen allerdings eher unbekannt?

Unsere Schwerpunkte sind immer lokal und regional. Das heißt also, wir haben einzelne Niederlassungen und Häuser, in denen wir tätig sind und uns dort tatkräftig einsetzen. Wir arbeiten mehr im Stillen, im Kleinen, im räumlich Überschaubaren, also wirklich vor Ort in den Einrichtungen. Aber bei Großereignissen, bei denen die ganze Welt hinschaut, sind wir nicht präsent.

Die christliche Kirche beklagt bekanntlich seit Langem ein starker Mitgliederschwund. Wie sehr äußert sich das auch im Orden?

In einigen Provinzen, auch in der deutschen oder der tschechischen Provinz, haben wir eine Nachwuchssituation, die durchaus zufriedenstellend ist. Schwierig ist es bei den Ordensschwestern, dort haben wir leider die generelle Krise, die mehr oder weniger bei nahezu allen Schwesterngemeinschaften heutzutage auftritt. Bei den Brüdern haben wir erfreulicherweise keinen Rückgang der Zahlen gegenüber früheren Zeiten.

Im Jahr 2000 musste die deutsche Deutschordensprovinz ihre Zahlungsunfähigkeit erklären und entging nur knapp einer Liquidation. Wie steht es aktuell um den Orden?

In einigen Provinzen, auch in der deutschen oder der tschechischen Provinz, haben wir eine Nachwuchssituation, die durchaus zufriedenstellend ist. Schwierig ist es bei den Ordensschwestern, dort haben wir leider die generelle Krise, die mehr oder weniger bei nahezu allen Schwesterngemeinschaften heutzutage auftritt. Bei den Brüdern haben wir erfreulicherweise keinen Rückgang der Zahlen gegenüber früheren Zeiten.

Wie die Johanniter und Malteser hat der Deutsche Orden seinen Ursprung in den Kreuzzügen. Warum ist der Deutsche Orden im Gegensatz zu den anderen allerdings eher unbekannt?

Unsere Schwerpunkte sind immer lokal und regional. Das heißt also, wir haben einzelne Niederlassungen und Häuser, in denen wir tätig sind und uns dort tatkräftig einsetzen. Wir arbeiten mehr im Stillen, im Kleinen, im räumlich Überschaubaren, also wirklich vor Ort in den Einrichtungen. Aber bei Großereignissen, bei denen die ganze Welt hinschaut, sind wir nicht präsent.

Die christliche Kirche beklagt bekanntlich seit Langem ein starker Mitgliederschwund. Wie sehr äußert sich das auch im Orden?

In einigen Provinzen, auch in der deutschen oder der tschechischen Provinz, haben wir eine Nachwuchssituation, die durchaus zufriedenstellend ist. Schwierig ist es bei den Ordensschwestern, dort haben wir leider die generelle Krise, die mehr oder weniger bei nahezu allen Schwesterngemeinschaften heutzutage auftritt. Bei den Brüdern haben wir erfreulicherweise keinen Rückgang der Zahlen gegenüber früheren Zeiten.

Im Jahr 2000 musste die deutsche Deutschordensprovinz ihre Zahlungsunfähigkeit erklären und entging nur knapp einer Liquidation. Wie steht es aktuell um den Orden?

Das war eine große Finanzkrise. Die Provinz wurde durch die Apostolische Visitation und zahlreiche Sanierungsmaßnahmen innerhalb von zwei Jahren auf neue Beine gestellt. Heute sind die Werke sehr gut unterwegs. Gott sei dank hat sich das alles damals in relativ kurzer Zeit positiv lösen lassen. Klarerweise sind Belastungen nach wie vor spürbar und der Orden musste wirklich viel von seiner Substanz geben, aber die Sanierung ist gelungen und seitdem läuft alles wieder in geordneten und erfolgreichen Bahnen.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN