Ein Bild von Uwe Westdörp
15.08.2018, 18:29 Uhr SPURWECHSEL FÜR ASYLBEWERBER?

Gut so: Daniel Günthers Vorschlag ist logisch

Kommentar von Uwe Westdörp

Vordenker: Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, will abgelehnten Asylbewerbern neue Perspektiven eröffnen. Foto: Markus Scholz/dpaVordenker: Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, will abgelehnten Asylbewerbern neue Perspektiven eröffnen. Foto: Markus Scholz/dpa

Osnabrück. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sorgt für Gesprächsstoff. Abgelehnte Asylbewerber sollen leichter Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt bekommen, fordert er und schlägt einen „Spurwechsel“ aus dem Asyl- ins Aufenthaltsrecht vor. Das ist ein guter Vorschlag. Er erfordert allerdings klare Regeln. Ein Kommentar.

Was soll das denn? Deutsche Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte. Doch selbst gut integrierte Asylbewerber, die Deutsch sprechen, eine Ausbildung gemacht und Aussicht auf einen festen Job haben, werden des Landes verwiesen, wenn ihr Asylantrag scheitert.

Das ist ungefähr so, als würde jemand mit dem Hinterteil umstoßen, was er mit den Händen aufgebaut hat. Logisch und konsequent ist es jedenfalls nicht.

Es spricht deshalb viel dafür, abgelehnten Asylbewerbern einen „Spurwechsel“ in Richtung Zuwanderung zu ermöglichen, wenn sie klar definierte Qualifikationen vorweisen können. Genau darum dreht sich auch das geplante Einwanderungsgesetz, das die schwarz-rote Koalition alsbald vorlegen wird: Nicht wer will, sondern nur, wer gebraucht wird, darf demnach einwandern.

Davon klar abzugrenzen bleibt das Asylrecht. Hier geht es nicht um Nützlichkeitserwägungen, sondern darum, Menschen Schutz vor Verfolgung und Krieg zu gewähren. Daran darf sich nichts ändern – und das muss es auch nicht, wenn der „Spurwechsel“ vernünftig geregelt wird.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN