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15.08.2018, 17:19 Uhr KOMMENTAR

Marode Schulen: Den Mangel verwalten

Kommentar von Stefanie Witte

Nicht nur an Lehrern, auch an sanierten Schulgebäuden mangelt es. Foto: dpaNicht nur an Lehrern, auch an sanierten Schulgebäuden mangelt es. Foto: dpa

Osnabrück. Marode Klassenzimmer, defekte Toiletten, schlechte Ausstattung: Jahr für Jahr weisen Verbände und Wissenschaftler darauf hin, wie schlecht es um die Schulgebäude in Deutschland bestellt ist. Und es passiert Jahr für Jahr: nichts.

Der Bund ist formal nicht zuständig, die Länder verweisen auf die Kommunen, und die Kommunen weisen auf den Mangel an Geld, Planungskapazitäten und mittlerweile auch Baufirmen hin, die etwaige Sanierungen überhaupt durchführen könnten. Nebenbei gilt es, sich auf Ganztagsbetreuung und Inklusion einzustellen.

Am Ende der Kette all derjenigen, die angeblich nicht zuständig sind, stehen die Schulleiter. Sie müssen den Mangel verwalten und im Notfall Räume sperren und Ausweich-Container organisieren.

Zu Recht darf man sich die Frage stellen, warum es nicht einmal in einer wirtschaftlichen Hochphase möglich sein soll, Schulgebäude in Ordnung zu bringen. Schließlich gehört Bildung zum Kern der öffentlichen Daseinsvorsorge, so wie Wasser, Straßen und Polizei. Das umfasst nicht nur gut ausgebildete und vor allem in ausreichender Zahl vorhandene Lehrer, sondern ganz zentral auch die Gebäude. Bildungserfolg und Bausubstanz hängen eng zusammen. Im internationalen Vergleich kann Deutschland nur mit klugen Köpfen punkten. Dazu gehören auch vernünftige Schulgebäude.


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