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14.08.2018, 18:36 Uhr AUTOBAHNBRÜCKE EINGESTÜRZT

Genua – War die Katastrophe programmiert?

Kommentar von Uwe Westdörp

Eine Szene wie aus einem Katastrophenfilm: Genua nach dem Einsturz der Autobahnbrücke Ponte Morandi. Foto: Antonio Calanni/AP/dpaEine Szene wie aus einem Katastrophenfilm: Genua nach dem Einsturz der Autobahnbrücke Ponte Morandi. Foto: Antonio Calanni/AP/dpa

Osnabrück. . Trauer und Entsetzen in Genua: Nach dem Einsturz einer Autobahnbrücke sind dort Dutzende von Toten zu beklagen. Hinzu kommen quälende Fragen nach den Verantwortlichen. Ein Kommentar.

Welch eine Tragödie: Der Brückeneinsturz von Genua mit Dutzenden von Toten und Verletzten löst Entsetzen aus. Zugleich nährt die Katastrophe einen bösen Verdacht: Schlechte Bauausführung, Überalterung, mangelnde Kontrolle oder zu wenig Geld für Instandhaltung könnten zum Zusammenbruch geführt haben. War das Desaster also programmiert?

Das Unglück mahnt in jedem Fall zu größerer Vorsicht – und zum Umdenken in der Politik. Die Sicherheit der Menschen und die Sanierung maroder Bauwerke müssen absoluten Vorrang haben, mag der Ruf nach neuen Straßen und Brücken auch noch so laut sein.

Die Realität sieht leider anders aus. Milliarden von Euro werden in neue Bauten investiert, während viele alte bedenklich vor sich hinbröseln. Das kann einfach nicht gut gehen.

Auch in Deutschland sollte sich niemand in Sicherheit wiegen. Denn hierzulande gibt es ebenfalls einen riesigen Sanierungsstau: Fast 13 Prozent der rund 40000 Brücken an Bundesfernstraßen bekommen nur miese Noten: „nicht ausreichend“ beziehungsweise „ungenügend“. Hinzu kommen unter anderem mehr als 1000 marode Eisenbahnbrücken.

Dies alles ist umso un verständlicher, als schon jeder Schüler weiß: Der Verkehr nimmt täglich zu. Trotzdem auf Verschleiß zu fahren, ist in höchstem Maße fahrlässig.


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