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14.08.2018, 16:01 Uhr KOMMENTAR ZU MAKLERPROVISION

Wer bestellt, bezahlt - auch beim Immobilienverkauf

Kommentar von Katharina Ritzer

Wer ein Haus erwirbt, muss neben dem Kaufpreis auch viel Nebenkosten zahlen. Die Bundesregierung will nun prüfen, ob bei der Maklerprovision wie bei Mietwohnungen das Bestellerprinzip gelten kann. Foto: dpa/Daniel BockwoldtWer ein Haus erwirbt, muss neben dem Kaufpreis auch viel Nebenkosten zahlen. Die Bundesregierung will nun prüfen, ob bei der Maklerprovision wie bei Mietwohnungen das Bestellerprinzip gelten kann. Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Osnabrück. Gerade junge Familien bekommen kaum noch bezahlbare Mietwohnungen oder Häuser und prüfen daher einen Kauf. Allerdings schlagen die Kaufnebenkosten, zu denen auch die Maklerprovision zählt, zusätzlich kräftig zu Buche. Die Bundesregierung prüft nun, ob das auf dem Mietmarkt bereits geltende Bestellerprinzip künftig auch für Immobilienkäufe gelten kann - ein sinnvoller Schritt, findet unsere Kommentatorin.

Angebot und Nachfrage regeln den Preis, das ist eine Binse der Marktwirtschaft. Für den Staat stellt sich dabei die Frage, in welche Bereiche des Lebens seiner Bürger er eingreifen soll im Sinne der allgemeinen Daseinsvorsorge. Aus dem Wohnungsmarkt etwa hat er sich über Jahre immer weiter zurückgezogen, viele Kommunen haben ihre Wohnungsbaugesellschaften verkauft.

Weil die Nachfrage inzwischen auch durch Single-Haushalte oder Alleinerziehende immer stärker gestiegen und das Angebot immer knapper geworden ist, sind die Preise gestiegen und gestiegen. Sehr zur Freude der Makler, die wegen des Drucks quasi jede Wohnung locker vermieten und vom Mieter dafür ordentlich abkassieren konnten. Bis der Staat endlich eingegriffen und das Bestellerprinzip eingeführt hat. Jetzt zahlt derjenige den Makler, der ihn beauftragt. Das sind meist die Vermieter und die haben flugs mit den Maklern deren Kosten verhandelt. Dadurch sind die Provisionen im Schnitt um eine Monatsmiete gesunken. Geht also.

Mit Blick auf die hohen Nebenkosten beim Kauf einer Immobilie wird es höchste Zeit, dass das Bestellerprinzip auch hier greift. Natürlich warnt die Branche wie seinerzeit bei den Vermietungen, dass diese Kosten abgewälzt würden – jetzt eben über den Preis auf die Käufer. Noch höhere Preise lassen sich aber nur durchsetzen, wenn die Ware Wohnraum weiter so knapp bleibt. Wenn der Staat endlich auch hier eingreift und bezahlbare Wohnungen baut, weicht allerdings der Druck aus dem Kessel. Auch dafür wird es höchste Zeit.


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