Schlupfloch in der Verfassung 14-Jähriger kandidiert für US-Gouverneurswahl

Von Lorena Dreusicke

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Ethan Sonneborn will Chef des US-Bundesstaats Vermont werden. Screenshot: Instagram/ethansonneborn2018Ethan Sonneborn will Chef des US-Bundesstaats Vermont werden. Screenshot: Instagram/ethansonneborn2018

Montpelier. Bald könnte der US-Bundesstaat Vermont von einem Teenager vertreten werden: Ethan Sonneborn bewirbt sich um den Gouverneursposten.

Ein Teenager mit politischen Ambitionen: Ethan Sonneborn ist 14 Jahre alt und bewirbt sich für den Gouverneursposten in seiner Heimat Vermont. Das ist rechtlich möglich, denn die Verfassung des Bundesstaates schreibt kein Mindestalter vor. Kandidaten müssen lediglich seit mindestens vier Jahren in Vermont leben. Ethan erfüllt die Vorgabe, er ist dort aufgewachsen.

Sieht sich als progressiver Demokrat

Sein Webauftritt präsentiert ihn als Vorkämpfer für Familien der Mitte- und Arbeiterklasse. Er habe die "richtigen Ideen" für eine Gesundheitsreform, die wirtschaftliche Entwicklung und Bildung der Region – ist er selbst doch noch mehrere Jahre von einem Schulabschluss entfernt.

Sonneborn identifiziert sich mit dem progressiven Flügel der Demokraten. "Ich denke, ich bin der Kandidat, der den Wandel, den wir brauchen, am besten repräsentiert", sagte er jüngst bei einem im Fernsehen übertragenen sogenannten Townhall-Meeting.

Nach einem Bericht der "Washington Post" hat Sonneborn die Erlaubnis seiner Eltern eingeholt, um in die Politik zu gehen. Die nötige Anzahl an Stimmen habe er auch schon beisammen. Wie es sich für einen professionellen Kandidaten gehört, hat er mehrere Mitarbeiter – sein Wahlkampfleiter und sein Stabschef sind dem Bericht zufolge ebenfalls 14 Jahre alt. 

Gegenwind von den Mitbewerbern

Trotz Lobs für seine "Reife" und sein politisches Interesse hat Sonneborns Wahlkampf auch Gegner provoziert. Das Alters-Schlupfloch in der Verfassung solle geschlossen werden. "Um ganz ehrlich zu sein, ich denke, wir sollten uns das mal anschauen", sagte der republikanische Gouverneur Phil Scott, der selbst zur Wiederwahl antritt. Seiner Ansicht nach sollte ein Gouverneur bei Amtsantritt "zumindest schon in der Lage sein, seinen Führerschein zu bekommen".

In Deutschland runzeln einige dagegen die Stirn angesichts des Namens: Ethan Sonneborn – etwa wie Martin Sonneborn, Parteichef der Satirepartei Die Partei? Dieser Zufall sorgt im Netz für Schmunzeln, offenbar auch bei Satiriker und Politiker Martin Sonneborn, der folgenden Tweet retweetete: 

Am Dienstag beginnen die Vorwahlen für die Kandidaten, die ins Rennen um den Gouverneursposten gehen. Für die Demokraten hat sich neben Sonneborn noch eine besondere Bewerberin aufgestellt: Christine Hallquist (auch im obigen Video zu sehen) könnte die erste Transgender-Kandidatin werden.

(Mit AFP)


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