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Asylantrag weiter offen Zu Unrecht abgeschobener Afghane wieder in Neubrandenburg

Von dpa

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Nasibullah S. (Mitte) wurde am Sonntag in Begleitung von zwei Bundespolizisten am Flughafen Tegel abgeholt. Foto: dpa/Paul ZinkenNasibullah S. (Mitte) wurde am Sonntag in Begleitung von zwei Bundespolizisten am Flughafen Tegel abgeholt. Foto: dpa/Paul Zinken

Neubrandenburg . Die Behörden hatten den jungen Afghanen verwechselt und so trotz eines laufenden Verfahrens für seine Abschiebung gesorgt. Gut einen Monat später ist der 20-Jährige nach Deutschland zurückgekehrt. Doch wird er auch bleiben dürfen?

Der zu Unrecht abgeschobene afghanische Asylbewerber Nasibullah S. ist wieder in Neubrandenburg. Der 20-Jährige meldete sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Montagnachmittag in der Gemeinschaftsunterkunft in der Oststadt, in der er bis zu seiner Abschiebung gewohnt hatte. Am Dienstag soll sich der junge Afghane bei der zuständigen Ausländerbehörde des Kreises Mecklenburgische Seenplatte melden, wie Landrat Heiko Kärger (CDU) in Neubrandenburg sagte.

Der 20-Jährige, der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) irrtümlich Ende Juli abgeschoben worden war, war am Sonntag wieder per Flugzeug in Berlin gelandet. Die Anwältin von Nasibullah S. - die Stralsunder Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen (SPD) - hatte den Landkreis gebeten, dass sich ihr Mandant statt Montag erst am Dienstag beim Amt melden darf. Dem Wunsch sei entsprochen worden, sagte Kärger. 

Identität falsch zugeordnet

Nasibullah S. war einer jener 69 Menschen, die im Juli mit einem Charterflug aus München nach Afghanistan abgeschoben worden waren. Er lebte seit 2015 in der Bundesrepublik, weil er sich in der Heimat nach eigenen Angaben von den Taliban verfolgt fühlte. Er hatte gegen die Ablehnung seines Asylantrags geklagt, weshalb die Abschiebung für Aufsehen sorgte. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte Fehler des Bundesamtes eingeräumt - die Behörde habe die Identität des Mannes falsch zugeordnet.

Nasibullah S. soll Anfang September am Verwaltungsgericht Greifswald zu seiner Situation und den Fluchtgründen angehört werden. Danach wird das Gericht über dessen Einspruch gegen die Ablehnung des Asylantrags entscheiden.


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