36000 Soldaten im Einsatz – Sicherheitslage fragil Stichwahl um Präsidentenamt in Mali

Sicherheitskräfte zeigten überall im Land Präsenz. Foto: AFPSicherheitskräfte zeigten überall im Land Präsenz. Foto: AFP

Bamako. In Mali haben die Wähler am Sonntag in einer Stichwahl über ihr künftiges Staatsoberhaupt entschieden. Als Favorit in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl galt Amtsinhaber Ibrahim Boubacar Keita. Gegen ihn trat der frühere Finanzminister und heutige Oppositionsführer Soumaila Cissé an.

Die erste Wahlrunde vor zwei Wochen war von Gewalt und Betrugsvorwürfen überschattet. Laut amtlichem Wahlergebnis kam Keita auf auf 41,7 Prozent, sein Konkurrent Cissé auf 17,8 Prozent der Stimmen.

Die Stichwahl fand unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Nach Angaben der Regierung sollten 36.000 Soldaten für Sicherheit sorgen, 6000 mehr als bei der ersten Wahlrunde. Am 29. Juli waren wegen gewaltsamer Zwischenfälle nach Behördenangaben mehr als 870 der insgesamt 23.000 Wahllokale geschlossen geblieben. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 43 Prozent.

Cissé und weitere Oppositionskandidaten hatten zahlreiche Beschwerden gegen das Wahlergebnis eingereicht, die vom Verfassungsgericht aber abgewiesen wurden. Die Opposition hatte Wahlbetrug, Verstöße gegen das Wahlrecht und andere Unregelmäßigkeiten geltend gemacht.

Das Ergebnis der Stichwahl soll in vier bis fünf Tagen bekanntgegeben werden. 2013 hatte der inzwischen 73-jährige Keita die Präsidentschaftswahl mit mehr als 77 Prozent der Stimmen gewonnen.

Die Sicherheitslage in Mali ist äußerst fragil. In dem westafrikanischen Land kämpfen verschiedene Gruppierungen um Einfluss, darunter dschihadistische Rebellen. Militärmissionen der UNO und der EU sollen zur Stabilisierung beitragen. Daran nimmt auch die Bundeswehr teil.

Am Samstag hatten die malischen Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben gezielte Anschläge vereitelt. Nach Angaben des Geheimdienstes wurden drei Mitglieder eines „Kommandos“ festgenommen, das für das Wochenende Anschläge in der Hauptstadt Bamako geplant haben soll. Einzelheiten über genaue Ziele wurden zunächst nicht bekanntgegeben. AFP


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