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12.08.2018, 15:41 Uhr KOMMENTAR

Bundeswehr in Mali: Es braucht eine realistische Perspektive

Kommentar von Stefanie Witte

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Osnabrück. Ja, es ist wichtig, dass eine UN-Mission nicht nur die Wahlen, sondern auch einen halbwegs friedlichen Alltag in Mali und den Aufbau demokratischer Strukturen ermöglicht. Die Präsidentschaftswahl wirft jedoch ein Schlaglicht auf Probleme und offene Fragen.

Die Bundeswehr absolviert ihren derzeit gefährlichsten Einsatz in dem westafrikanischen Land. Obwohl permanent Anschläge drohen, helfen die deutschen Soldaten, die Region rund um Gao zu stabilisieren.

Dennoch mussten rund 870 von 23000 Wahllokalen wegen gewaltsamer Zwischenfälle geschlossen werden. Bei einem Angriff auf einen Militärkonvoi zur Sicherung von Wahlunterlagen starben mindestens vier malische Soldaten. Das Missionsziel ist also vorerst nicht erreicht: Mali ist nicht sicher.

Die Kernfrage ist nun: Welches Ziel ist realistisch zu erreichen, und wie lange darf das dauern? Es gilt, ein zweites Afghanistan zu verhindern. Es sieht nicht danach aus, als könnten malische Regierung und Sicherheitskräfte in absehbarer Zeit einen souveränen Staat schaffen oder erhalten. Es ist also höchste Zeit, über realistische Erfolge – etwa in Bezug auf die Ausbildung einheimischer Sicherheitskräfte – zu sprechen. Die unbegrenzte Präsenz der internationalen Mission kann keine dauerhafte Perspektive sein.


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