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10.08.2018, 17:56 Uhr DEBATTE UM MISSBRAUCH

Kindergeld, wem Kindergeld gebührt

Kommentar von Uwe Westdörp

Wollen Missbrauchskontrollen verstärken. die Familienkassen in Deutschland. Foto: Ole Spata/dpaWollen Missbrauchskontrollen verstärken. die Familienkassen in Deutschland. Foto: Ole Spata/dpa

Osnabrück. Die deutschen Behörden wollen stärker gegen Betrug beim Kindergeld vorgehen. Das ist gut so und wird hoffentlich dazu beitragen, die zum Teil fragwürdige Debatte zu versachlichen. Ein Kommentar.

Immer mit der Ruhe. Nicht die Kindergeldtransfers ins Ausland sind zügellos, wie die CSU poltert, sondern die Debatte über das Thema ist es.

Fakt bleibt: Das Kindergeld ist keine Sozialleistung, sondern wird für Töchter und Söhne von Menschen gezahlt, die in Deutschland arbeiten und Lohn- und Einkommensteuern zahlen. Ersatzweise gelten Kinderfreibeträge. Beschäftigten aus dem Ausland weniger Kindergeld zu zahlen, weil ihr Nachwuchs in einem Land mit niedrigen Lebenshaltungskosten lebt, wäre eine Diskriminierung. Denn aus gleichen Leistungen müssen gleiche Leistungsansprüche resultieren.

Außerdem sollte man nicht vergessen: Deutschland braucht Fachkräfte und profitiert von Arbeitnehmern aus anderen Staaten. Oft genug verrichten sie auch Arbeiten, für die sich Deutsche zu fein sind.

Auf einem anderen Blatt steht, dass Betrüger sich mit gefälschten Pässen und vorgetäuschten Arbeitsstellen Kindergeld erschleichen. Solche Kriminellen müssen mit aller Konsequenz verfolgt werden. Die jetzt angekündigten verstärkten Kontrollen sind überfällig. Nur wenn Familienkassen, Zoll, Meldeämter und ausländische Sozialbehörden eng zusammenarbeiten, besteht die Chance, Missbrauch flächendeckend einzudämmen.


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