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09.08.2018, 15:22 Uhr KOMMENTAR

Auschwitz-Besuch: Vorurteilen entgegentreten

Kommentar von Stefanie Witte

Gemeinsam gedachten Muslime und Juden am Donnerstag der Opfer des Holocausts. Foto: dpaGemeinsam gedachten Muslime und Juden am Donnerstag der Opfer des Holocausts. Foto: dpa

Osnabrück. Auch wenn sie nicht zu den größten Vertretern ihrer jeweiligen Glaubensgemeinschaft gehören und auch wenn zunächst einmal nur 25 Jugendliche mitgemacht haben: Der Zentralrat der Muslime und die Union Progressiver Juden haben ein weithin sichtbares Zeichen für Toleranz, Verantwortung und Miteinander gesetzt.

Jedes Mal, wenn ein Muslim oder ein Flüchtling in Deutschland eine Straftat begeht, wird die Forderung nach einer Distanzierung der muslimischen Community laut. Bleibt sie aus oder wird nicht gehört, fällt es vielen leicht, zu verallgemeinern und „die Muslime“ als Feindbild zu identifizieren. Auf der anderen Seite erstarkt der Antisemitismus durch Zuwanderer aus Kulturkreisen, in denen Israel als Feind definiert ist.

25 muslimische und jüdische Jugendliche aus Deutschland, darunter auch Flüchtlinge, haben nun gemeinsam Auschwitz besucht. Das kann mehr bewirken als wohlmeinende Festtagsreden. Es bedeutet unmittelbaren Kontakt – der Jugendlichen untereinander und der Muslime mit Auschwitz. So werden Stereotype aufgebrochen.

Sicher – vielfach findet ein solcher Austausch schon zwischen Moscheen und Synagogen oder in Schulen statt. Das aktuelle Format ist jedoch überregional sichtbar. Und das ist gut so. Ein solcher Austausch sollte weiter gefördert werden.


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