Ein Bild von Uwe Westdörp
06.08.2018, 20:25 Uhr LOCKER, ABER KLAR IN DER SACHE

Warum die Grünen so erfolgreich sind

Kommentar von Uwe Westdörp

Treffen den richtigen Ton: die Grünen-Bundesvorsitzenden Robert Habeck (r) und Annalena Baerbock, hier am 27.01.2018 bei der außerordentlichen Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen in Hannover.  Foto: Bernd von Jutrczenka/dpaTreffen den richtigen Ton: die Grünen-Bundesvorsitzenden Robert Habeck (r) und Annalena Baerbock, hier am 27.01.2018 bei der außerordentlichen Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen in Hannover. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Osnabrück . Die Grüne haben gerade einen richtig guten Lauf - es läuft so gut, dass sie der SPD den Rang ablaufen könnten. Ihr Auftreten ist eine gekonnte Mischung: locker und pragmatisch. Und dann sind da noch die beiden Vorsitzenden, mit denen die Partei eine wirklich gute Wahl getroffen hat. Ein Kommentar.

Erfrischend frei und locker und dennoch klar und bestimmt in der Sache: Annalena Baerbock und Robert Habeck sind das neue Erfolgsduo der Grünen. Davon kann die SPD nur träumen. Es ist deshalb nicht mehr ausgeschlossen, dass die einst so stolze Volkspartei auch im Bund hinter die Grünen zurückfällt.

Fest steht: Das richtige Führungspersonal ist und bleibt entscheidender Faktor im politischen Wettstreit. Die SPD, die einst mit Willy Brandt, Helmut Schmidt und Gerhard Schröder Erfolge feierte, hat da aktuell ein Problem – jedenfalls so lange, wie nicht Männer vom Schlage Stephan Weils die Berliner Bühne betreten.

Auch inhaltlich sind die Grünen momentan im Vorteil. Ihr mit Engagement und Empathie gepaarter Pragmatismus trifft den Zeitgeist, der weder rechts noch links ist, sondern Lösungen für klar zu benennende Probleme verlangt. Und es kommt den Grünen zupass, dass sie in der Flüchtlingspolitik, in sozialen Fragen sowie beim Umwelt- und Klimaschutz klare Antworten haben und noch dazu die notwendige Lösungskompetenz ausstrahlen.

Genau da hat die SPD ein weiteres Problem. Wirtschaftliche Kompetenz etwa sehen die Wähler eher bei der CDU. Diese muss sich folglich vorerst keine Sorgen um ihre Führungsrolle machen. Werden die Grünen noch stärker, könnte die Union einfach den Koalitionspartner tauschen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN