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05.08.2018, 18:30 Uhr KOMMENTAR ZUR DÜRRE

In ein paar Wochen ist die Trockenheit eh wieder vergessen...

Kommentar von Dirk Fisser

Ein Maisfeld. Foto: Dirk FisserEin Maisfeld. Foto: Dirk Fisser

Osnabrück. Verschiedene Forderungen werden im Zuge der aktuellen Dürre laut. Warum erst jetzt? Der Klimawandel ist seit Jahren Thema. Dazu ein Kommentar.

Die Menschen neigen dazu, Probleme so lange zu verdrängen, bis sie akut werden. Der Dürre-Sommer ist dafür ein Beleg. An vielen Stellen setzt sich derzeit die Erkenntnis durch, dass Deutschland allem Anschein nach auf solche Ereignisse unzureichend vorbereitet ist.

Dabei mahnen Wissenschaftler und predigen Umweltaktivisten doch schon seit Jahren, dass wir uns genau auf so etwas wie die jetzige Dürre einstellen müssen. Und zwar in kürzeren Abständen, als das bisher der Fall war. Die Älteren mögen sich noch an die Hitzewelle im Jahr 2003 erinnern...

Nun bleibt der Regen also aus, und es fällt auf, dass beispielsweise Feuerwehren nicht ausreichend gerüstet sind für die Waldbrandbekämpfung. Dass die Republik vielleicht doch so etwas wie einen Aktionsplan braucht, damit Bürger und Infrastruktur Hitzewellen und Dürreperioden halbwegs unbeschadet überstehen. Dass die Landwirtschaft gegen Totalausfälle wegen Trockenheit nicht abgesichert ist. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Und was nun? Sinnvoll wäre es, diesen Sommer zum Stresstest für die Republik zu erklären. Wo besteht wirklich Nachholbedarf? Wo handelt es sich nur um Panikmache? Vermutlich wird es aber anders laufen: Sobald der erste Regen fällt, sind die Schweißperlen dieses Sommers wieder vergessen.


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