Präsidentin fordert Anpassungen Umweltbundesamt: Weniger Tiere sind besser fürs Klima

Von Dirk Fisser

Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes. Foto: dpaMaria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes. Foto: dpa

Osnabrück. Das Umweltbundesamt hat die Landwirtschaft zu mehr Anstrengungen bei der Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes aufgerufen.

Vor dem Hintergrund des extrem trockenen Sommers und der Ernteschäden sagte Behördenchefin Maria Krautzberger unserer Redaktion: „Es ist weder effizient noch nachhaltig, einfach so weiter zu machen wie bisher und dann auf Entschädigung oder Versicherungen zu setzen.“

 Krautzberger verwies darauf, dass die Branche mit einem Anteil von sieben Prozent an den bundesweiten Treibhausgasemissionen auf Platz zwei hinter dem Energiesektor liege. Die bisher erreichte Reduzierung des Ausstoßes bleibe hinter den Erwartungen zurück. „Hier muss künftig noch mehr passieren“, forderte Krautzberger.  (Weiterlesen: Welternährungsorganisation: Müssen uns an Dürren gewöhnen)

"Tierbestand in Deutschland reduzieren"

Die UBA-Präsidentin verwies auf einen besseren Schutz von Mooren und Dauergrünland. „Außerdem müssen Tierbestände in Deutschland reduziert werden“, sagte sie. Das gehe aber nur, wenn die Gesellschaft umdenke und weniger Fleisch esse. „Wenn wir unsere Schnitzel importieren, verlagert sich das Problem einfach ins Ausland, damit ist der Umwelt nicht geholfen.“

Krautzberger sagte, Deutschland werde es mit voranschreitendem Klimawandel öfter mit Extremwettersituation wie der jetzigen Trockenheit zu tun bekommen. Viele Sektoren seien darauf noch nicht ausreichend vorbereitet – das gelte auch für die Landwirtschaft. Die Bundesamtspräsidentin regte an, Landwirte etwa bei der Umstellung auf hitzeresistente Sorten oder der Änderung bestehender Fruchtfolgen zu unterstützen. 

Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied hatte der  zuvor gesagt: „Wir wissen, dass auch wir Teil der Lösung sein müssen und wir handeln auch.“ Er verwies auf eine Klimastrategie seines Verbandes, in denen sich die Branche die Reduktion von Treibhausgasen auferlegt. (Weiterlesen: Dürre: Zwei Milliarden Euro Schaden für Landwirtschaft?)


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