Europawahl 2019 Wer wird Spitzenkandidat für die EVP? Oettinger nennt seinen Favoriten

Von dpa

Günther Oettinger (links, CDU) würde Manfred Weber (rechts, CSU), EVP-Fraktionschef, gerne als EVP-Spitzenkandidat für die Europawahl 2019 sehen. Foto: dpa/Peter KneffelGünther Oettinger (links, CDU) würde Manfred Weber (rechts, CSU), EVP-Fraktionschef, gerne als EVP-Spitzenkandidat für die Europawahl 2019 sehen. Foto: dpa/Peter Kneffel

Brüssel. Die Konservativen im Europaparlament wollen erst im November die Kandidatenfrage klären. EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger hat schon eine Präferenz geäußert.

Der CSU-Vizevorsitzende Manfred Weber (46) würde nach Auffassung des deutschen EU-Kommissars Günther Oettinger (CDU) ein guten Spitzenkandidaten für die Europawahlen im Mai 2019 abgeben. "Ich halte sein Interesse für mehr als legitim. Ich traue ihm einen guten Wahlkampf zu, er würde das Amt hervorragend ausfüllen", sagte Oettinger (64) dem "Spiegel". Dass Weber ein Deutscher ist, dürfe "kein Ausschlusskriterium" sein. "Bei Martin Schulz hat das 2014 auch niemand kritisiert", sagte der CDU-Politiker.

Weber hat sich in der Öffentlichkeit bislang noch nicht klar dazu geäußert, ob er Spitzenkandidat der europäischen Parteienfamilie EVP werden will. Er verwies zuletzt nur immer wieder darauf, dass die EVP die Kandidaturfrage erst im November klären werde und er sich über den Sommer Gedanken über das Thema machen wolle.

Bei Wahlsieg Chance auf Präsidentenamt

Weber ist derzeit Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament. Als Spitzenkandidat der EVP könnte er im Falle eines Wahlsiegs Anspruch auf das Amt des Kommissionspräsidenten erheben.

Galt auch schon als möglicher Nachfolger Seehofers: Manfred Weber (CSU). Foto: dpa/Michael Kappeler

Darauf hatte 2014 auch Martin Schulz (62) gehofft. Die europäischen Sozialdemokraten waren dann aber klar hinter der konservativen EVP gelandet. Diese trat damals mit dem Luxemburger Jean-Claude Juncker (63) als Spitzenkandidat an, der dann Kommissionschef wurde.

Dass 2019 ein SPD-Politiker den deutschen Platz im Kollegium der EU-Kommissare bekommen könnte, wenn kein Deutscher zum Kommissionspräsidenten gewählt werde sollte, sieht Oettinger nicht. "CDU und CSU bilden mit großem Vorsprung die stärkste Fraktion im Bundestag", sagte der frühere baden-württembergische Ministerpräsident und verwies auch auf das gute Abschneiden der SPD bei der Vergabe der Ministerposten in der Bundesregierung.


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