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03.08.2018, 17:09 Uhr KOMMENTAR

Schwieriger Neustart für Simbabwe

Kommentar von Thomas Ludwig

Gewählt und gewonnen: Anhänger des alten und neuen Präsidenten von Simbabwe, Emmerson Mnangagwa. Foto: Uncredited/AP/dpaGewählt und gewonnen: Anhänger des alten und neuen Präsidenten von Simbabwe, Emmerson Mnangagwa. Foto: Uncredited/AP/dpa

Osnabrück. Kann ein 75-Jähriger, der über Jahrzehnte Teil des Establishments und des Regimes von Langzeitdiktator Robert Mugabe war, für einen Neuanfang in Simbabwe stehen? Wohl kaum.

Deshalb ist der Wahlsieg von Emmerson Mnangagwa keine gute Nachricht. Im Gegenteil.All jene, die nach dem Aus von Mugabe vor einem dreiviertel Jahr auf einen Aufbruch in eine bessere Zukunft jenseits von Korruption und Vetternwirtschaft gehofft hatten, dürfen sich um einen Neuanfang betrogen fühlen - zumal internationale Beobachter eine Reihe von Unregelmäßigkeiten bei der Wahl beanstandet haben.

Mugabe hat es geschafft, die einstige Kornkammer Afrikas zum wirtschaftlichen Armenhaus herunter zu wirtschaften. Nach fast zwei Jahrzehnten weitgehender Isolation müsste es Mnangagwa nun darum gehen, zu anderen Entwicklungsländern aufzuschließen. Die Chance, dass Simbabwe aus der Spirale von Armut und Unterdrückung des Volkes bei gleichzeitiger Bereicherung der politischen Elite herausfindet, aber stehen schlecht.

Wahrscheinlicher ist es, dass Mnangagwa ein Strohmann der Militärs bleibt, dessen vorrangige Aufgabe es sein wird, die Fleischtöpfe der Mächtigen zu sichern. Wie so oft in zu vielen Ländern Afrikas. Die EU sollte allen diplomatischen Einfluss geltend machen, das zu verhindern.


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