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02.08.2018, 18:20 Uhr KOMMENTAR

Armutsrisiko alleinerziehend: Hilfen für die Helden des Alltags

Kommentar von Melanie Heike Schmidt

Die Zahl der Alleinerziehenden wächst, und immer noch kämpfen die Betroffenen mit Problemen, weil etwa Betreuungsplätze fehlen. Auch das Armutsrisiko ist erschreckend hoch. Foto: Marcel Kusch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++Die Zahl der Alleinerziehenden wächst, und immer noch kämpfen die Betroffenen mit Problemen, weil etwa Betreuungsplätze fehlen. Auch das Armutsrisiko ist erschreckend hoch. Foto: Marcel Kusch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Osnabrück. Etwa doppelt so hoch wie für den Rest der Bevölkerung ist derzeit das Armutsrisiko von Alleinerziehenden. Ein Wert, der schon mal höher war, der aber keinesfalls so bleiben darf. Denn Eltern und insbesondere Alleinerziehende sind Helden des Alltags. Sie haben mehr Unterstützung verdient.

Zuerst die gute Nachricht: Die Situation von Alleinerziehenden hat sich gebessert. Und nun die schlechte: Das reicht noch nicht. Immer noch gelten Kinder als Armutsrisiko. Vor allem Alleinerziehende sind gefährdet, in prekäre Verhältnisse abzurutschen. Das ist beschämend.

Besonders ärgerlich: Es ist ein Problem mit Ansage. Seit Jahren ist klar, dass das Modell Paar-Familie auf dem Rückzug ist. Zugleich wächst die Zahl derer, die ohne Partner ihren Nachwuchs großziehen. Deren Probleme sind bekannt, sie reichen von fehlenden Betreuungsmöglichkeiten über Wohnungsnot und steigende Mieten bis hin zur mangelhaften Anerkennung in der Gesellschaft.

Doch wer jetzt mit dem Finger allein auf die Politik zeigt, denkt zu kurz. Denn in der Tat wurde hier vieles bereits angeschoben, etwa der Ausbau der Kita-Plätze oder die stufenweise Erhöhung des Kindergeldes. All das sind Maßnahmen, die gut und richtig sind. Das Problem: Sie brauchen Zeit, bis sie wirken. Daher lohnt es sich, auch neue Ideen zu diskutieren, etwa eine Kindergrundsicherung oder Sachleistungen, die unbürokratisch an Alleinerziehende gehen könnten.

Doch warum speziell für sie? Weil sie es verdient haben. Alleinerziehende sind Helden des Alltags. Dafür gebührt ihnen Respekt – und so viel Hilfe wie nötig ist, damit sie ihre Kinder ohne Angst vor Armut großziehen können.

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