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02.08.2018, 17:28 Uhr KOMMENTAR

US-Protektionismus schadet der Weltwirtschaft

Von Thomas Ludwig


„Wir wollen keine Zölle“ - Amerikaner, die für internationale Autohersteller arbeiten, demonstrierten im Juli für freien Warenaustausch. Foto: J. Scott Applewhite/AP/dpa„Wir wollen keine Zölle“ - Amerikaner, die für internationale Autohersteller arbeiten, demonstrierten im Juli für freien Warenaustausch. Foto: J. Scott Applewhite/AP/dpa

Osnabrück. Die umstrittene Handelspolitik der USA bleibt für Europas Wirtschaft nicht folgenlos. Die Konjunkturerwartungen trüben sich ein. Die beste Antwort der EU auf Trumps Protektionismus ist es, die wirtschaftliche Kooperation mit anderen Ländern auszubauen.

Lenkt US-Präsident Donald Trump bei seiner umstrittenen Handelspolitik ein? Nachdem US-Farmer die Konsequenzen chinesischer Vergeltung bereits zu spüren bekommen haben und Washington der EU Entgegenkommen bei den geplanten Strafzöllen auf europäische Autos in Aussicht gestellt hat, konnte man jüngst diesen Eindruck gewinnen, Doch Fehlanzeige. Im Zolldisput mit China legt Trump nun nach. Man darf gespannt sein, wer den längeren Atem hat.

Klar ist schon jetzt: Das protektionistische Armdrücken ist eine Gefahr für die Weltwirtschaft. Die Eurozone bekommt es bereits zu spüren; mit der wirtschaftlichen Erholung nach der Krise könnte es deshalb bald vorbei sein. Die beste Antwort der EU auf Trumps Protektionismus ist es, die wirtschaftliche Kooperation anderen Ländern auszubauen. Das vereinbarte Freihandelsabkommen mit Japan ist dazu ein wichtiger Schritt.

Warnungen von Ökonomen, die USA würden selbst langfristig Schaden nehmen, schlägt Präsident Trump bislang in den Wind. Für ihn zählt allein der augenblickliche Bonus.

Derzeit läuft die US-Wirtschaft rund. Die Arbeitslosigkeit ist historisch niedrig. Die Menschen sind in Konsumlaune. Das ist Treibstoff für die anlaufende Wahlkampfmaschinerie der Republikaner zur anstehenden Kongresswahl im November. Trumps Anhänger vergessen jedoch: Der momentane Erfolg ist langfristig mit Fragezeichen versehen – steigende Schulden und gestörte Handelsbeziehungen verheißen nichts Gutes.


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