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01.08.2018, 18:21 Uhr KABINETT BILLIGT GESETZ

Mehr Geld und Pfleger: Schritt in die richtige Richtung

Kommentar von Uwe Westdörp

Eine Pflegerin schiebt eine ältere Frau im Rollstuhl durch einen Flur in einem  Seniorenzentrum in Brandenburg.  Foto: Christophe Gateau/dpaEine Pflegerin schiebt eine ältere Frau im Rollstuhl durch einen Flur in einem Seniorenzentrum in Brandenburg. Foto: Christophe Gateau/dpa

Osnabrück . Personalnotstand, schlechte Bezahlung, Stress: Pfleger in Krankenhäusern und Heimen ächzen unter der Arbeitsbelastung, Patienten klagen über zu wenig Zuwendung. Das soll sich nun ändern. Das Bundeskabinett hat dazu einen Gesetzentwurf gebilligt, der zumindest die Basis für Verbesserungen legt. Ein Kommentar.

Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber nur ein kleiner, dem viele weitere folgen müssen. Denn mit den 13 000 Stellen in der Pflege, die die Bundesregierung jetzt schaffen will, ist es bei Weitem nicht getan. Tatsächlich fehlen deutlich mehr Pflegerinnen und Pfleger. Manche Experten gehen von 50.000 aus, andere sogar von noch deutlich mehr. Aber immerhin: Ein Anfang ist gemacht.

Die große Frage ist nun: Woher soll das neue Personal kommen? Der Fachkräftemangel lässt sich nicht mal eben per Federstrich mit einem Gesetz beseitigen. Auch reicht es nicht, einfach nur mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich müssen sich auch die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern.

Hohe physische und psychische Belastungen, Nacht und Wochenendarbeit – all das bedeutet besondere Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, den Zeitdruck bei der Arbeit zu verringern, dem Personal mehr Erholungsphasen zu geben und ihnen zu helfen, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Es bedarf also vieler einzelner Maßnahmen. Und diese werden erst nach und nach ihre Wirkung entfalten.

Nicht zuletzt mangelt es auch an gebührender gesellschaftlicher Anerkennung. Man könnte das vielleicht ändern, indem jeder Bürger verpflichtet wird, in jungen Jahren ein soziales Jahr zu absolvieren – etwa in der Pflege.


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