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02.08.2018, 05:05 Uhr BUND STELLT 2,4 MILLIARDEN EURO ZUR VERFÜGUNG

Digitalfonds: Kein Grund für Aufbruchstimmung

Kommentar von Dirk Fisser

Glasfaserkabel in Bayern. Foto: dpaGlasfaserkabel in Bayern. Foto: dpa

Osnabrück. Die Bundesregierung beschließt den Aufbau des Digitalfonds zum Ausbau des Breitbandinternets und der digitalen Ausstattung in Schulen. 2,4 Milliarden Euro sollen dafür zunächst einmal zur Verfügung stehen. Ein Kommentar.

Was ist der Landbevölkerung nicht schon alles versprochen worden! Und das schon seit Jahren. Schnelles Internet überall. Handyempfang jederzeit. Was ist dabei herumgekommen? Nicht viel.

Für Städter und „Digital Natives“ ist jede Zugreise und jede Überlandfahrt immer noch so etwas wie ein kurzer Abenteuertrip in die digitale Vergangenheit. Kein Zugang zu mehr oder weniger belanglosen Informationen und die bange Frage: Was für E-Mails gehen ein, was passiert wohl auf Instagram, während ich im Funkloch stecke?

Für Landbewohner aber geht es um mehr, nämlich um den Anschluss an die Zukunft. Skepsis ist also angesagt bei jeder weiteren Ankündigung und Planung wie jetzt von der Bundesregierung. Tatsächlich gibt es keinen Grund zur Aufbruchstimmung, aber viele Gründe zur Sorge, denn: Die fortschreitende Digitalisierung wird die Welt des 21. Jahrhunderts prägen wie die industrielle Revolution das 19. und 20. Jahrhundert. Jobs werden entstehen, Jobs werden vernichtet. Wir stehen vor einer gesellschaftlichen Umwälzung. Wer nicht Schritt hält mit dem Fortschritt, der wird im besten Falle überholt, im schlimmsten komplett abgehängt. Genau das ist es, was vielen Landstrichen in Deutschland droht. Eben weil viel versprochen, aber wenig umgesetzt worden ist in Sachen Infrastruktur.


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