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31.07.2018, 18:35 Uhr KOMMENTAR

Trumps Peitsche und Zuckerbrot für den Iran

Kommentar von Thomas Ludwig

Bestgehasster Feind im Iran: US-Präsident Donald Trump als Zeitungsaufmacher.  Foto: Atta Kenare/AFPBestgehasster Feind im Iran: US-Präsident Donald Trump als Zeitungsaufmacher. Foto: Atta Kenare/AFP

Osnabrück. Das Gesprächsangebot von US-Präsident Trump an den Iran im Atomstreit folgt einem außenpolitischen Muster, das bislang noch keine echten Erfolge gezeitigt hat.

Mit der Bereitschaft, Irans Staatsführung ohne Vorbedingungen zum Gespräch treffen zu wollen, folgt US-Präsident Donald Trump einem altbekannten Muster. Erst gibt er den Hardliner, der den Feind demütigt. Dann streckt er die Hand aus. Wie im Konflikt mit Nordkorea: Der atomaren Gewaltandrohung der USA folgte das Gipfeltreffen mit dem Diktator als bestem Kumpel. Entgegen der trump’schen Darstellung, nach der Nordkorea nun bald keine nukleare Gefahr mehr darstelle, ist inzwischen aber klar: Pjöngjang baut neue Interkontinentalraketen. Trumps Taktik ist also mehr als fraglich.

Wirtschaftlicher Abschwung

Im Fall Iran ist die Absicht klar: Trump will das Regime in Teheran destabilisieren, um den Einfluss der Mullahs in der Region zugunsten der US-treuen Saudis und Israels einzudämmen. Der Iran liegt wirtschaftlich am Boden. Die USA haben die Lage durch die Kündigung des Atomabkommens und die Verhängung neuer Sanktionen, die demnächst in Kraft treten, verschärft. Das ist nicht ohne Risiko: Denn allen Gesprächsangeboten zum Trotz begreifen die Iraner Washington nicht als Retter in der Not, sondern als Verursacher der Misere, der auf einen Regimewechsel spekuliert.

Außenpolitischer Unruhegeist

International gilt Trump als außenpolitischer Unruhegeist. Erfolge, die die Welt vom Gegenteil überzeugen könnten, kann er bislang nicht vorweisen. Mit dem Iran wird das kaum anders.


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