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31.07.2018, 17:44 Uhr KOMMENTAR

Handyverbot an Schulen ist ein gesellschaftlicher Rückschritt

Kommentar von Kristina Müller

Fast jeder Schüler besitzt heutzutage ein Smartphone. Foto: dpa/Sven HoppeFast jeder Schüler besitzt heutzutage ein Smartphone. Foto: dpa/Sven Hoppe

Osnabrück. Fast jeder Schüler besitzt heutzutage ein Smartphone. Es in der Schule zu verbieten, wie es nun gesetzlich in Frankreich geregelt ist, wäre ein gesellschaftlicher Rückschritt. Ein Kommentar.

Ein Schritt ins 21. Jahrhundert, wie es der französische Bildungsminister beschrieb, ist das Handyverbot an Schulen ganz und gar nicht. Im Gegenteil: Eher wirft es das Land um Jahre zurück. Deutschland sollte sich keinesfalls ein Beispiel daran nehmen und die Handhabe den Schulen überlassen.

Spätestens nach der Grundschule besitzt fast jedes Kind ein Smartphone. Die Nutzung strikt zu verbieten und die Augen vor der Digitalisierung zu verschließen, geht völlig an der Realität vorbei. Vorgeschobene Gründe wie Cybermobbing würden sich einfach in den Alltag außerhalb der Schule verlagern. Und sich vom Unterricht ablenken, das konnten Schüler noch vor dem Handy-Zeitalter auf Papier mit „Galgenmännchen“ oder „Schiffe versenken“ sehr gut.

Das soll nun aber kein Freifahrtschein für Schüler sein, im Unterricht nach Lust und Laune herumzudaddeln. Vielmehr ist es ein Appell an die Schulen und speziell an die Lehrer, die Vorteile der digitalen Geräte zu nutzen und den Schülern mit gezielt dosiertem Einsatz von Handy, Tablets und Co. Medienkompetenz zu vermitteln: Warum kann exzessive Smartphone-Nutzung gefährlich sein, warum sollte man nicht jedes Foto posten und wie nutzt man das Internet für Recherchen richtig? Schließlich zeigen Studien, wie wenig Jugendliche trotz intensiver Nutzung darüber wissen.


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