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01.08.2018, 05:05 Uhr KEINE MOBILISIERUNG FÜR BAUERN

Dürre-Sommer 2018: Hat sich der Klimawandel abgenutzt?

Kommentar von Dirk Fisser

Maiskolben auf einem Feld bei Görlitz. Foto: dpaMaiskolben auf einem Feld bei Görlitz. Foto: dpa

Osnabrück. Deutschland macht der heiße und vor allem trockene Sommer zu schaffen. Landwirte leiden, aber die Bundesregierung zögert mit Hilfszusagen. Ein Kommentar.

Der trockene Sommer 2018 ist zweifelsohne eines dieser Wetterextreme, die uns laut Klimaforschern künftig häufiger drohen. Die Not der Bauern ist mancherorts tatsächlich existenzbedrohend. Daran ist in vielen Fällen nicht allein das Wetter schuld. Auch die finanziellen Spätfolgen vorangegangener Notlagen wie der Milchpreiskrise spielen eine Rolle. Manche Höfe stolpern seit Jahren von einer Krise in die nächste. Die Dürre wird einigen von ihnen den finanziellen Rest geben. In solchen Fällen hilft auch eine Hilfsmilliarde aus Berlin nicht mehr, die nach Ansicht der Befürworter per Geldgießkanne über dem Land ausgeschüttet werden sollte. Ist das nachhaltig? Wenn wir häufiger solche Trockenphasen erwarten, muss der Staat eher dafür Sorge tragen, dass Versicherungen gegen Dürre für den Bauern auch finanzierbar sind. Das ist bislang in Deutschland nicht der Fall – ein folgenschweres Versäumnis.

Das Zögern der Bundesregierung zeigt, dass eine große Breitenmobilisierung der Bevölkerung zugunsten der Bauern nicht stattfindet. Sonst stünde Berlin mehr unter Druck. Das könnte am Thema Klimawandel selbst liegen. Für jedes Unwetter musste er in der Vergangenheit als Begründung herhalten, für zahllose politische Forderungen wurde er instrumentalisiert. Panikmache nutzt sich ab, und am Ende bleibt die Resignation.


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