US-Geheimdienstinformationen Nordkorea baut weiterhin neue Interkontinentalraketen

Von dpa

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Das von der Nordkoreanischen Regierung am 4.7.2017 zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Start einer Interkontinentalrakete mit hoher Reichweite vom Typ Hwasong-14.  Foto: Uncredited/KCNA via KNS/dpaDas von der Nordkoreanischen Regierung am 4.7.2017 zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Start einer Interkontinentalrakete mit hoher Reichweite vom Typ Hwasong-14. Foto: Uncredited/KCNA via KNS/dpa

Seoul . Trotz Gesprächen mit den USA über den Abbau seines Atomwaffenprogramms scheint Nordkorea nach Medienberichten weiterhin Raketen herzustellen.

Geheimdienste in den USA hätten Hinweise darauf, dass Nordkorea in einer Forschungseinrichtung nahe Pjöngjang möglicherweise eine bis zwei neue Interkontinentalraketen baue, die potenziell amerikanisches Festland erreichen könnten, berichtete die "Washington Post" am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf Regierungsbeamte.

Als Beleg hätten die Informanten Satellitenfotos von Aktivitäten in der Anlage von Sanumdong vorgelegt, in der Nordkorea seine „ersten ballistischen Interkontinentalraketen" gebaut habe, schrieb die Zeitung. "Wir sehen, dass sie weiter daran arbeiten, genau wie zuvor", wurde ein Beamter zitiert.

Noch ein "verdammt langer Weg"

Die Aktivitäten in der Waffenfabrik seien für US-Regierungsbeamte keine Überraschung. Machthaber Kim Jong Un habe bisher keine öffentlichen Versprechungen gemacht, alle Arbeiten in den zahlreichen Nuklear- und Raketeneinrichtungen im Land einzustellen.

US-Präsident Donald Trump (r) und der Machthaber von Nordkorea Kim Jong Un (l) geben sich die Hand. Foto: Kevin Lim/The Straits Times/BERNAMA/Kevin Lim/THE STRAITS TI/dpa

Bei seinem aufsehenerregenden Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump im Juni in Singapur hatte Kim seine Bereitschaft zur "kompletten Denuklearisierung" bekräftigt. Es gab aber keine konkreten Zusagen, wie und bis wann abgerüstet werden sollte. Nordkoreas kommunistische Führung, die den USA jahrelang eine "feindselige Politik" vorgeworfen hatte, sieht im Bau von Langstreckenraketen eine Überlebensgarantie. US-Außenminister Mike Pompeo hatte vergangene Woche mit Blick auf die Abrüstungsgespräche mit Pjöngjang betont, beide Länder hätten noch einen "verdammt langen Weg" vor sich.

Süd- und Nordkorea führen neue Gespräche über Entspannung 

Derweil haben hohe Offiziere Süd- und Nordkoreas neue Gespräche über Schritte zur militärischen Entspannung auf der koreanischen Halbinsel aufgenommen. Bei dem Treffen am Dienstag im Grenzort Panmunjom ging es um die Umsetzung der Vereinbarungen, die beide Staaten bei ihrem Gipfeltreffen Ende April getroffen hatten. Südkoreas Präsident Moon Jae In und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hatten sich in einer Erklärung unter anderem auf eine stufenweise militärische Abrüstung verständigt. 

Es wurde erwartet, dass beide Seiten bei den Gesprächen auf Generalsebene auch über Maßnahmen zur Entmilitarisierung von Panmunjom sowie zur Schaffung einer Friedenszone an ihrer umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer reden. Bei Militärgesprächen im Juni hatten sich Süd- und Nordkorea darauf geeinigt, ihre militärischen Kommunikationsleitungen wiederherzustellen.

Friedensvertrag in Sicht?

Zudem spekulierten südkoreanische Medien, die nordkoreanische Seite könnte stärker auf den Abschluss eines Friedensvertrags dringen. Völkerrechtlich befindet sich die Halbinsel noch im Kriegszustand, da seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) bloß ein Waffenstillstandsabkommen gültig ist. 


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