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30.07.2018, 16:02 Uhr KOMMENTAR ZU ERNTEAUSFÄLLEN

Landwirtschaft: Die große Bedeutung der kleinen Höfe

Kommentar von Katharina Ritzer

Ausgetrocknet sind viele landwirtschaftliche Flächen, die Pflanzen wie hier im baden-württembergischen Filderstadt mickrig. Die Landwirte fordern nun finanzielle Unterstützung vom Stat. Foto: Sebastian Gollnow/dpaAusgetrocknet sind viele landwirtschaftliche Flächen, die Pflanzen wie hier im baden-württembergischen Filderstadt mickrig. Die Landwirte fordern nun finanzielle Unterstützung vom Stat. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Osnabrück. Die deutschen Bauern rechnen angesichts der anhaltenden Trockenheit und Hitze in diesem Jahr mit der "schlechtesten Ernte" des Jahrhunderts. Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert daher finanzielle Unterstützung seitens des Staates für die Bauern in Höhe von einer Milliarde Euro. Auch wenn man Bauern als Unternehmer versteht: Überzogen ist diese Forderung nicht. Ein Kommentar.

Sind Landwirte nicht Unternehmer wie andere auch? Und müssten sie dann nicht ihre unternehmerischen (Wetter-)Risiken genauso kalkulieren wie etwa die Textilbranche wechselnde Moden und Trends? Die Antwort ist ein klares Jein: Ja, denn es gibt auch in der Landwirtschaft die riesigen Betriebe, bei denen „Wirtschaft“ größer geschrieben wird als „Land“. Und nein, denn viele kleinere Bauern leisten für die Gesellschaft, den Umweltschutz, das Landschaftsbild und nicht zuletzt für das Tierwohl viel mehr, als sie durch den Preis ihrer Produkte verdienen können.

Darum gibt es die hohen EU-Subventionen, zu denen zwei Anmerkungen wichtig sind: Erstens sind diese Fördergelder im Internet bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung einsehbar für jeden. Und zweitens will die EU ihre Förderung in Zukunft umschichten zugunsten kleinerer Höfe, was so richtig wie wichtig ist.

Mit der besonderen Verantwortung der Landwirtschaft lässt sich auch die Forderung nach Hilfen wegen der aktuellen Dürre begründen, denn ein Sterben gerade der kleinen Höfe würde das Land sehr zum Nachteil für uns alle verändern. Eine gute Idee für die Zukunft ist die vom Bauernverband ins Gespräch gebrachte steuerlich begünstigte Risikoausgleichsrücklage – auch wenn das Sprichwort „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ keine klassische Bauernregel ist.


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