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27.07.2018, 16:33 Uhr LAXE ZAHLUNGSMORAL

UNO-Beiträge: Nur wer zahlt, darf mitreden

Kommentar von Marion Trimborn

Die UN leidet unter mangelnder Zahlungsmoral ihrer Mitglieder. Foto: imago/JOKERDie UN leidet unter mangelnder Zahlungsmoral ihrer Mitglieder. Foto: imago/JOKER

Osnabrück. Im Haushalt der Vereinten Nationen fehlen hunderte Millionen. Die Mitglieder halten ihre Beiträge zurück, um Druck auf die UNO auszuüben. Das ist zum Schaden aller - und sollte bestraft werden. Ein Kommentar

Es ist eine erprobte Methode, um seinen Unmut kund zu tun. Wer mit einem Verein oder einer Organisation nicht zufrieden ist, kürzt einfach seinen Beitrag oder zahlt später. Im Fall der Vereinten Nationen ist das schon seit Jahren gängige Praxis. Dahinter steckt politisches Kalkül: Länder wie die USA halten ihre Beiträge zurück, um Druck auf die UN auszuüben. Durch die Verweigerung freiwilliger Zahlungen steuern sie zudem die Arbeit der Weltorganisation je nach ihren nationalen Interessen. Das war übrigens auch schon vor US-Präsident Trump so.

Die Folgen sind deutlich sichtbar: Trotz fester Regeln leiden die UN unter Planungsunsicherheit, müssen Programme einfrieren oder aufgeben. Das erschwert die Arbeit - zum Schaden aller. Trotz mancher Schwäche - wie etwa der gegenseitigen Blockade der Vetomächte im Sicherheitsrat - sind die Vereinten Nationen als Weltorganisation aber unverzichtbar. Ohne die UNO hätten viele Konflikte auf der Welt länger gedauert. Ohne die UNO und ihre humanitären Hilfsprogramme wären viel mehr Menschen nach Naturkatastrophen und Hungersnöten gestorben.

Eine Reform der UN-Finanzierung ist deshalb nötig. Sonderprogramme wie Nahrungsmittel- oder Wiederaufbauhilfe sollten nicht mehr auf freiwilligen Beiträgen basieren, sondern verpflichtend sein. Wie wäre es, das Stimmrecht an die pünktliche Zahlung zu koppeln?


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