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Koreakonflikt Nordkorea übergibt Gebeine gefallener US-Soldaten

Von dpa

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Seoul/Wonsan. Im Korea-Krieg waren in den 1950er-Jahren rund 33.000 US-Soldaten gestorben - längst nicht alle Leichen wurden damals nach Amerika gebracht. Bei der Suche nach den sterblichen Überresten vieler Gefallener kommen die USA nun voran.

Wie beim jüngsten Gipfeltreffen vereinbart hat Nordkorea den Amerikanern wieder sterbliche Überreste mutmaßlicher im Korea-Krieg gefallener US-Soldaten übergeben.

Ein Transportflugzeug der US-Luftwaffe holte an diesem Freitag 55 Behälter mit Leichenteilen aus der nordkoreanischen Stadt Wonsan ab, wie die US-Streitkräfte in Korea mitteilten. Die Leichenteile wurden zunächst zum amerikanischen Militärstützpunkt Osan in Südkorea gebracht, dort soll am 1. August eine offizielle Rückführungszeremonie abgehalten werden.

Beide Länder wählten für die Übergabe den 65. Jahrestag der Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrags zur Beendigung des Korea-Kriegs, der von 1950 bis 1953 gedauert hatte. US-Präsident Donald Trump bedankte sich über Twitter beim nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. „Nach so vielen Jahren wird dies ein großer Moment für viele Familien sein“, schrieb Trump.

Mit dem Transfer der sterblichen Überreste wird eine Übereinkunft des Treffens zwischen Trump und Kim am 12. Juni in Singapur erfüllt. Kim hatte dabei auch seine Bereitschaft zur atomaren Abrüstung bekräftigt, jedoch keinen konkreten Zeitplan dafür genannt.

Das Weiße Haus würdigte die Übergabe der Leichenteile durch Nordkorea als Zeichen einer „positiven Veränderung“. Der Transfer stelle zugleich den ersten Schritt dar, die Suche nach den Überresten von etwa „5300 Amerikanern in Nordkorea wiederaufzunehmen, die bisher nicht nach Hause gekommen sind“. Zwischen 1996 und 2005 hatten US-Teams bereits die Überreste von mehr als 220 Soldaten in dem abgeschotteten Land ausgegraben - die Aktion wurde jedoch 2005 von den USA wegen Sicherheitsbedenken unterbrochen. Im Korea-Krieg waren rund 33.000 US-Soldaten gestorben, mehr als 8000 galten als vermisst.

Forensikexperten sollen nun in den nächsten Wochen untersuchen, ob die übergebenen Leichenteile teils zugeordnet werden können und ob es sich tatsächlich um ehemalige amerikanische Soldaten handelt. Die Überreste sollen dazu den Angaben zufolge zu weiteren Untersuchungen unter Leitung der zuständigen Behörde für die Rückführung von Kriegsgefangenen und vermissten Soldaten nach Hawaii geflogen werden.

Süd- und Nordkorea einigten sich unterdessen auf neue Militärgespräche auf Generalsebene. Bei dem Treffen am Dienstag im Grenzort Panmunjom stünden Schritte zur militärischen Entspannung an der innerkoreanischen Grenze im Mittelpunkt, hieß es. Bei Militärgesprächen im Juni hatten sich beide Seiten unter anderem auf die vollständige Wiederherstellung ihrer militärischen Kommunikationsleitungen geeinigt.


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