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26.07.2018, 17:01 Uhr NACH ZAHLEN DES BUNDESUMWELTAMTES

Kommentar zum Verpackungsmüll: Umdenken ist dringend nötig

Kommentar von Louisa Riepe

Plastiktüten für loses Obst und Gemüse tragen zum Problem mit dem Verpackungsmüll bei. Foto: Marcel Kusch/dpaPlastiktüten für loses Obst und Gemüse tragen zum Problem mit dem Verpackungsmüll bei. Foto: Marcel Kusch/dpa

Osnabrück. Deutschland ist Recyclingweltmeister, und produziert gleichzeitig so viel Verpackungsmüll wie kein anderes Land in der Europäischen Union. Es ist ein Umdenken nötig.

Inzwischen sollte es wirklich jeder verstanden haben: Unsere Welt droht, am Müll zu ersticken. Erst vor wenigen Tagen wurden an einem Strandabschnitt in der Dominikanischen Republik Zehntausende Tonnen Plastik angeschwemmt. Die Bilder sind ekelerregend und erschreckend.

Die Deutschen haben sich angesichts solcher Beispiele lange zurückgelehnt. Sind sie doch Recycling-Weltmeister, trennen brav den Hausmüll und tragen ihr Altglas zum Container. Aber nur ein Teil des Abfalls kann tatsächlich recycelt werden, beim Kunststoff sind es sogar nur 49 Prozent. Und kompliziertere Verpackungen aus verschiedenen Materialien landen ohnehin in der Verbrennung.

Gegen die Vermüllung hilft letztendlich nur eine konsequente Müllvermeidung. Diese Botschaft muss ankommen bei Produzenten und Händlern, die immer noch kaum wiederverwendbare Kartonagen in Transport und Versand einsetzen. Aber auch beim einzelnen Verbraucher, der bei jedem Kaffee im Pappbecher Gewissensbisse bekommen sollte.

Erste Initiativen geben die richtige Richtung vor. So konnte die Zahl der Einkaufstüten drastisch reduziert werden, weil der Einzelhandel vielerorts inzwischen Geld für sie verlangt. Einige Supermarktketten wollen Biogemüse mit Lasern kennzeichnen, damit die Verpackung überflüssig wird. Gut so.


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