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25.07.2018, 18:02 Uhr KOMMENTAR ZUR BENALLA-AFFÄRE

Frankreichs Präsident Macron: Angekommen in der Realität

Kommentar von Louisa Riepe

Emmanuel Macron (r) wird von seinem Sicherheitsmitarbeiter Alexandre Benalla (l) bei einer Veranstaltung begleitet. Archivfoto: Christophe Ena/dpaEmmanuel Macron (r) wird von seinem Sicherheitsmitarbeiter Alexandre Benalla (l) bei einer Veranstaltung begleitet. Archivfoto: Christophe Ena/dpa

Osnabrück. Die Franzosen sind unzufrieden mit ihrem Staatspräsidenten. Emmanuel Macron muss sich nach 14 Monaten im Amt endlichen beweisen.

Nein, die Benalla-Affäre wird Frankreichs Präsidenten Emmanuel Marcon nicht das Amt kosten. Die Grundlage für den Polit-Skandal, den einige französische Zeitungen heraufbeschwören, ist einfach zu dünn. Aber der Fall wirft ein Schlaglicht darauf, wie die Franzosen ihren einst so gefeierten Präsidenten inzwischen sehen – nämlich durchaus kritischer.

Das zeigt sich auch in den Umfragen: Nur noch 39 Prozent Zustimmung gab es zuletzt für den jungen Staatschef. Forscher sehen einen Enttäuschungseffekt. Nach 14 Monaten im Amt Macron die Umsetzung von vielen Wahlversprechen noch schuldig.


Kompromisse erkämpfen, Verantwortung übernehmen


Die beschlossene Steuerreform wird insbesondere von links scharf kritisiert, die geplante Rentenreform für die französischen Eisenbahner von den Gewerkschaften erbittert bekämpft und die vorgeschlagene Erneuerung der Europäischen Union nicht zuletzt von Angela Merkel gebremst.

Es liegt natürlich nicht nur an Macron selbst. Er ist in der Realpolitik angekommen, da wo gegensätzliche Meinungen diskutiert und Kompromisse hart erkämpft werden müssen. Da, wo auch nach der Personalverantwortung eines Präsidenten für den eigenen Sicherheitsmann gefragt wird. Macron, der Staatsmann, muss über sein gewinnendes Auftreten und seine euphorisierenden Ideen aus Wahlkampfzeiten hinauswachsen.  


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