Hunderttausende Polizisten im Einsatz Wahlen in Pakistan: Dutzende Tote bei Bombenanschlag

Von dpa

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Pakistanische Truppen überwachen den Transport von Wahlmaterial. Foto: dpa/Anjum NaveedPakistanische Truppen überwachen den Transport von Wahlmaterial. Foto: dpa/Anjum Naveed

Islamabad. Wahlen wurden in Pakistan schon oft von Gewalt begleitet – trotz großen Polizeiaufgebots.

Nach dem Beginn der Parlamentswahl in Pakistan sind bei einem Selbstmordanschlag im Südwesten des Landes mindestens 31 Menschen getötet worden. Unter den Opfern in der südwestpakistanischen Stadt Quetta befänden sich auch Kinder und Polizisten, sagte Mohamed Jafar vom Civil Hospital in Quetta. Mindestens 35 weitere Menschen seien verletzt worden.

Der Selbstmordattentäter habe seine Bombe nach ersten Erkenntnissen inmitten einer Wählerschlange und neben einem Polizeiauto gezündet, sagte der Sprecher der Polizei in Quetta, Mohamed Ramzan. Der Anschlag habe einem hochrangigen Polizisten gegolten, der die Sicherheitsvorkehrungen des Wahllokals habe prüfen wollen. Insgesamt sollten nun 370.000 Militärs und 450.000 Polizisten den Urnengang in Pakistan sichern.

Bereits 180 Tote während des Wahlkampfs

Erstmals bewachen Soldaten die Wahllokale nicht nur außen, sondern es werden in sogenannten heiklen Wahllokalen auch Militärs in den Stimmabgabezentren postiert. Damit soll das Sicherheitsgefühl der Wähler erhöht werden. Rund 20.000 der 85.000 Wahllokale wurden von der Wahlkommission als heikel eingestuft. Der Wahlkampf wurde von Gewalt, aber auch Vorwürfen der Einmischung des Militärs überschattet. Im Vorfeld der Wahlen wurden mehr als 180 Menschen bei Angriffen auf Wahlveranstaltungen getötet.

Nach letzten Umfragen gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Regierungspartei Pakistanische Muslim-Liga (PML-N) von Ex-Premier Nawaz Sharif und der Tehreek-e Insaf (PTI) des ehemaligen Kricket-Stars Imran Khan. Da aber laut Wahlforschern vermutlich keine Partei auf eine regierungsfähige Mehrheit kommen wird, steht der südasiatischen Atommacht eine Hängepartie bei der Regierungsbildung bevor. 



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