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24.07.2018, 17:45 Uhr TREFFEN JUNCKER-TRUMP

Europa muss im Handelskrieg einen anderen Weg gehen

Von Marion Trimborn


US-Präsident Donald Trump (l.) trifft im Handelsstreit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (r.). Foto: Bernd von Jutrczenka/dpaUS-Präsident Donald Trump (l.) trifft im Handelsstreit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (r.). Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Osnabrück. US-Präsident Trump setzt weiter ganz auf Protektionismus. Die Europäer sollten sich von seinen Drohungen nicht einschüchtern und nicht erpressen lassen, sondern den Freihandel bewahren. Das könnte ein europäischer Gegenentwurf werden. Ein Kommentar

Trumps Handelspolitik ist leicht zu durchschauen. Der brachial agierende US-Präsident hat eine Abneigung gegen deutsche Autos der Oberklasse und gegen den deutschen Handelsüberschuss sowieso. Die Welthandelsorganisation WTO hält er für ineffizient und ungerecht. Außerdem braucht Trump einen Erfolg vor den Kongresswahlen im November - und da käme ihm ein Nachgeben der Europäer im Handelsstreit gerade recht. Die EU sollte dem US-Präsidenten aber einen Strich durch die Rechnung machen.

Dass man mit Appeasement, also dem ständigen Beschwichtigen, bei Trump keinen Erfolg hat, haben die Europäer zuletzt schmerzhaft erlebt. Jetzt ist es an Kommissionspräsident Juncker zu handeln, um Protektionismus und eine Zollspirale zu verhindern. Der einzige Weg: Juncker sollte sich klar für den Freihandel positionieren. Dabei könnte er gleich prüfen, ob Trump sein Angebot, eine große Freihandelszone zwischen Nordamerika, Japan und Europa zu errichten, ernst gemeint hat. Ökonomisch hätte diese kaum Folgen, da viele Zölle eh schon abgebaut sind. Aber zumindest könnte Trump dann nicht mehr behaupten, es ginge unfair zu. Ein solches Abkommen würde die Weltwirtschaft vor massivem Schaden bewahren - das gilt vor allem für die deutsche, in der jeder vierte Job am Export hängt. Hoffentlich kann der gesundheitlich angeschlagene Juncker wirklich für Europa sprechen und etwas bewegen.


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