Keine Weiterbildung ab Mitte 50 Institut kritisiert Altersdiskriminierung bei Jobs und Krediten

Von dpa

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Die heutigen Mittsechziger sind viel fitter als die Generation vor ihnen, sagt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA). Symbolfoto: Jens Wolf/dpaDie heutigen Mittsechziger sind viel fitter als die Generation vor ihnen, sagt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA). Symbolfoto: Jens Wolf/dpa

Berlin. Wenig Weiterbildung, kaum Kredite: Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) sieht in Deutschland eine zunehmende Tendenz zur Altersdiskriminierung.

Bereits ab Mitte 50 würden Mitarbeiter in vielen Unternehmen keine Weiterbildungen mehr bekommen – ganz anders als Jüngere, sagte Sprecher Klaus Morgenstern am Dienstag. "Ein Dachdecker kann mit 60 nicht mehr aufs Dach. Aber er könnte ab Mitte 50 eine Schulung als Berater oder Verkäufer für Baumärkte erhalten", ergänzte er. "Wer kennt sich mit Arbeitsmaterialien besser aus als ein gelernter Handwerker?".

Ein Dorn im Auge ist dem Verband darüber hinaus das automatische Ende der Beschäftigung mit Erreichen der Altersgrenze. Das sei aufgrund der demografischen Entwicklung nicht mehr zeitgemäß. Die große Koalition sollte nach dem Einstieg in die Flexibilisierung der Lebensarbeitszeit weitere Anreize für jene schaffen, die länger arbeiten wollten, fordert der Verband. Die heutigen Mittsechziger seien viel fitter als die Generation vor ihnen. "Das ist im Allgemeinverständnis aber noch nicht angekommen", kritisierte Morgenstern.

Kein Kredit für behindertengerechten Umbau

Kritik richtet das Institut auch in Richtung Banken. Ältere Menschen, die ihr Haus oder ihre Wohnung behindertengerecht umbauen wollten, erhielten bereits bei Kreditsummen um 30.000 Euro häufig eine Absage. "Mit dem Argument, sie könnten das Geld in ihrer Lebenszeit nicht mehr zurückzahlen", sagte Morgenstern. Auch die Lebenserwartung sei aber allein schon durch das wachsende Gesundheitsbewusstsein gestiegen.


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