Appell vor Treffen Juncker-Trump DIHK warnt vor Rezession durch Handelsstreit

Von Beate Tenfelde

Volker Treier, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Aussenwortschaftsexperte des DIHK, warnt dringend vor Protektionismus. Foto: dpa Hannibal/ArchivVolker Treier, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Aussenwortschaftsexperte des DIHK, warnt dringend vor Protektionismus. Foto: dpa Hannibal/Archiv

Osnabrück. Der Deutsche Industrie-und Handelskammertag (DIHK) hat vor dem Gespräch von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und US-Präsident Donald Trump vor einer „Eskalation“ des Handelsstreits zwischen den USA und China sowie der EU dringend gewarnt.

„Es besteht die Gefahr, dass die Weltwirtschaft schon nächstes Jahr in eine Rezession abkippt“, sagte Außenwirtschaftschef Volker Treier unserer Redaktion. Der zunehmende Protektionismus hemme bereits seit einer Weile die Dynamik im Welthandel. „Sollten die US-Autozölle wirklich kommen und Trump gleichzeitig seine Drohungen wahr machen , Zölle auf den gesamten Import aus China zu verhängen, dann ist der gesamte Welthandel in Gefahr“, warnte Treier. Ein weltweiter Abschwung habe gravierende Auswirkungen auf Deutschland. „Ein Viertel der Jobs hängen hierzulande am Außenhandel“, hob der Außenwirtschafts-Experte hervor.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hält das bevorstehende Treffen von Juncker und Trump für eine „wichtige Chance“, um die transatlantischen Beziehungen wieder in die richtige Bahn zu lenken. „Die gefährliche Spirale des Protektionismus muss durchbrochen werden. Es führt zu Verlierern auf beiden Seiten des Atlantiks“, sagte Kramer unserer Redaktion. Eine Lösung im aktuellen Handelskonflikt zwischen der EU und den USA sieht der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) in einem transatlantischen Freihandelsabkommen, „das Zölle und andere Handelshemmnisse gleichermaßen abbauen sollte“: „Die EU ist ein starker und selbstbewusster Wirtschaftsraum“, unterstrich Kramer. Es sei daher folgerichtig, wenn die EU mit anderen Staaten in den nächsten Jahren umfassende Freihandelsabkommen abschließen würde.


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