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23.07.2018, 17:27 Uhr WELT-AIDS-KONFERENZ

Was im Kampf gegen Aids noch fehlt

Von Marion Trimborn


Es gibt viele Erfolge im Kampf gegen Aids. Aber das große Ziel der UN wird verfehlt. Foto: Fredrik von Erichsen/dpaEs gibt viele Erfolge im Kampf gegen Aids. Aber das große Ziel der UN wird verfehlt. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Osnabrück. Mehr als 30 Jahre nach seinem Auftauchen ist Aids aus der Debatte verschwunden. Es gibt viele Erfolge im Kampf gegen die Immunschwäche. Doch Nachlässigkeit ist fehl am Platz, ja sogar gefährlich. Ein Kommentar

Wer fürchtet sich noch vor Aids? Die Diagnose der Immunschwäche-Krankheit ist kein Todesurteil mehr und jeder kann sich vor Aids schützen. Das ist zwar richtig. Aber diese Nachlässigkeit führt dazu, dass das HIV-Virus nicht besiegt ist. Die Vereinten Nationen werden ihr Ziel, die Welt bis 2030 von dieser Geißel zu befreien, wohl verpassen.

Dabei gibt es enorme Erfolge: Die Zahl der Neuinfektionen und der Todesfälle ist auf dem niedrigsten Stand seit dem Höhepunkt der Epidemie. Erreicht wurde das mit Präventionskampagnen und hochwirksamen Aids-Medikamenten, die seit einigen Jahren auch in ärmeren Ländern verfügbar sind. Auch in Deutschland geht die Zahl der neuen Infektionen zurück.

Der Wermutstropfen: Hierzulande leben geschätzt 13 000 Menschen mit HIV, ohne es zu wissen - und stecken andere an. Wie gut, dass das Gesundheitsministerium noch im Herbst Selbsttests zulassen will. Dann kann zunächst jeder ganz ohne Scham in den eigenen vier Wänden prüfen, ob er infiziert ist. Ein wichtiger Schritt ist auch, dass Gesundheitsminister Spahn den Risikogruppen die HIV-Prophylaxe künftig auf Rezept geben will - sie können die Ansteckung verhindern. Was noch fehlt, ist ein Impfstoff, an dem seit 30 Jahren geforscht wird. Die Staaten sollten diese Forschung unbedingt weiter finanziell unterstützen - allein schon für die Menschen in Afrika und Osteuropa, wo das Virus sich nach wie vor ausbreitet.


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