Özil-Debatte Zentralrat der Muslime: Junge Nachwuchs-Özils werden vor den Kopf gestoßen

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Fußballstar Mesut Özil hat eine Debatte um die Integration von Deutschtürken angestoßen. Der Zentralrat der Muslime befürchtet einen Einschnitt bei der Integration. Foto: Rolf Vennenbernd/dpaFußballstar Mesut Özil hat eine Debatte um die Integration von Deutschtürken angestoßen. Der Zentralrat der Muslime befürchtet einen Einschnitt bei der Integration. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Osnabrück. Der Rücktritt von Fußballstar Mesut Özil wird hitzig diskutiert. Dabei geht es um die Frage, ob sich junge Deutschtürken in der Nationalelf, aber auch in der deutschen Gesellschaft willkommen fühlen. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, hält die Debatte für einen Einschnitt bei der Integration.

Mazyek sagte unserer Redaktion: „Das ist eine Zäsur und sehr alarmierend für den Stand der Integration in Deutschland und die Debatte darüber.“ Es sei empörend, dass beim Rücktritt eines verdienten Fußballers, der zufälligerweise ein bekennender Muslim sei, das Team und der DFB schwiegen.

„Teile der Öffentlichkeit verharmlosen Rassismus weiter, ja manche treten sogar noch nach, indem sie so tun, als ging es ihnen um das Erdogan-Foto, was man durchaus kritisch bewerten kann“, sagte Mazyek und fügte hinzu: „Es wird noch lange brauchen, bis wir in Deutschland wieder eine Mannschaft sind.“

Imageschaden befürchtet

Der Zentralratsvorsitzende befürchtet einen Imageschaden im In- und Ausland und kritisierte das „Vor-den-Kopf-Stoßen Abertausender junger Nachwuchs-Özils“. Mazyek kritisierte auch direkt DFB-Präsident Reinhard Grindel und sagte: „Der DFB-Präsident hätte vorher überlegen sollen, wenn er die unwürdige Sündenbock-Karte zwecks Ablenken des eigenen Versagens zieht.“ Dies sei unverantwortlich und eines Präsidenten nicht würdig.

Lesen Sie die wichtigsten Aussagen von Özil

Auslöser waren Fotos mit Erdogan

Die Debatte um den gebürtigen Gelsenkirchener mit türkischen Wurzeln war angestoßen worden durch im Mai entstandene Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Seinen Rücktritt aus der Fußball-Nationalelf hatte der 29-jährige Özil unter anderem auch mit Fremdenfeindlichkeit innerhalb des Verbands sowie vor allem den Umgang von DFB-Präsident Reinhard Grindel, deutschen Medien und Sponsoren mit ihm begründet. In seiner mehrteiligen Stellungnahme vom Sonntag schrieb Özil unter anderem: „Leute mit rassistisch diskriminierendem Hintergrund sollten nicht länger im größten Fußballverband der Welt arbeiten dürfen, der viele Spieler aus Familien verschiedener Herkunft hat.“


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