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22.07.2018, 17:33 Uhr KOMMENTAR

Krieg in Syrien: Wo bleibt die Friedenskonferenz?

Kommentar von Melanie Heike Schmidt

Das vom Syrischen Zivilschutz, auch bekannt als Weißhelme, veröffentlichte Foto zeigt eine Bergung eines verletzten Jungen in Ost-Ghuta im Februar dieses Jahres. Foto: dpaDas vom Syrischen Zivilschutz, auch bekannt als Weißhelme, veröffentlichte Foto zeigt eine Bergung eines verletzten Jungen in Ost-Ghuta im Februar dieses Jahres. Foto: dpa

Osnabrück. Eigentlich helfen die syrischen Weißhelme in den Kriegsgebieten des Landes Verletzten und Verschütteten. Nun mussten 800 der Helfer selbst gerettet werden. Das gefällt nicht jedem. Und ausgerechnet US-Präsident bleibt beim Thema Syrien weiterhin erschreckend stumm.

Um die syrischen Weißhelme gibt es seit Jahren Streit: Für die einen sind es Helden, die unter Einsatz von Leib und Leben Verletzten helfen. Eine kleine Minderheit aber behauptet, es seien Terroristen, die sich nur als Helfer tarnten. Nun sind 800 Weißhelme aus Syrien selbst gerettet worden, Deutschland will 50 von ihnen aufnehmen. Die Kritiker fürchten nun, es könnten Terror-Kämpfer ins Land kommen. Doch das ist absurd. Die Weißhelme haben bisher nachweislich 100000 Menschen gerettet. Dafür gebührt ihnen Respekt und Schutz, falls nötig.

Allerdings gab es auch unter Weißhelmen schon solche, die keine weiße Weste hatten. So haben sich einige von ihnen offenbar mit IS-Kämpfern fotografieren lassen, ein Umstand, den Propaganda-Experten weidlich ausgeschlachtet haben. Doch wer ernsthaft glaubt, diese alten und längst bekannten Einzelfälle stünden stellvertretend für die gesamte Organisation, der irrt.

Propaganda ist ein wichtiges Hilfsmittel in diesem blutigen, festgefahrenen Stellvertreterkrieg. Leider verschleiern angebliche Fakten auch den Blick dafür, was richtig ist. Richtig ist, Menschen in Not zu helfen.

Richtig ist auch, alles dafür zu tun, dass Syrien zurück zum Frieden findet und Geflüchtete heimkehren können. Das wäre eine Aufgabe für US-Präsident Donald Trump. Doch statt zur Friedenskonferenz einzuladen, schweigt er dazu.


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