Handelskonflikt Altmaier warnt vor überzogenen Erwartungen an Junckers US-Reise

Von dpa

Peter Altmaier ist es wichtig, dass die EU in Handelsfragen geschlossen bleibt. Foto: dpa/Carsten KoallPeter Altmaier ist es wichtig, dass die EU in Handelsfragen geschlossen bleibt. Foto: dpa/Carsten Koall

Berlin. Das Treffen zwischen US-Präsident Trump und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker soll Wirtschaftsminister Peter Altmaier zufolge in einem vertraulichen und diskreten Umfeld stattfinden. Die Erwartungen sollten nicht zu überzogen sein.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat vor zu großen Erwartungen an die Washington-Reise von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker gewarnt. Die EU-Vertreter und US-Präsident Donald Trump müssten Gelegenheit haben, "sich offen und frei auszusprechen", sagte der CDU-Politiker am Wochenende im Deutschlandfunk. Danach müsse man sehen, wie die Ergebnisse zu bewerten sind. "Ich möchte keinen überzogenen Erwartungen wecken und damit das Gespräch überfrachten", betonte Altmaier. Das Treffen müsse in einem vertraulichen und diskreten Umfeld stattfinden. 

Lösungen für Handelskonflikt gesucht

Juncker und EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström suchen an diesem Mittwoch (25. Juli) bei einem Gespräch mit Trump nach Lösungen im Handelskonflikt mit den USA. Auf die Einführung von US-Sonderzöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte hatte die EU mit Vergeltungszöllen auf US-Produkte wie Whiskey, Jeans und Motorräder geantwortet. Nun lässt Trump auch Sonderzölle auf den Import von europäischen Autos prüfen. Sie würden vor allem die deutsche Wirtschaft deutlich stärker treffen als die auf Stahl- und Aluminium.

Altmaier betonte, es gehe auch um Arbeitsplätze, gerade die deutsche Automobilindustrie sei sehr stark auf dem amerikanischen Markt. Sie habe in den vergangenen Jahren Geschäftsanteile hinzugewinnen können, weil Autos "Made in Germany" eben sehr gefragt seien. Man sollte auch Gesprächsmöglichkeiten mit amerikanischen Senatoren und Kongressabgeordneten nutzen. "Viele von denen haben ein deutsches Unternehmen im Wahlkreis und die möchten ebenfalls nicht, dass es zu einem immer schärfer sich eskalierenden Handelskonflikt kommt."

EU müsse geschlossen handeln

Wichtig sei, dass die EU auch künftig in Handelsfragen geschlossen bleibe, um ihre Interessen weltweit durchsetzen zu können. Entscheidungen würden "nicht alleine in Berlin und nicht alleine in Paris getroffen, sondern eben zu einem erheblichen Teil auch in Brüssel", betonte der Minister. 


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