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Hilfsorganisation Syrische Weißhelme über Israel gerettet – Deutschland nimmt 50 auf

Von dpa

Weißhelme in der Provinz Daraa tragen verletzte Kinder nach einem Luftangriff aus einer Schule. Foto: dpa/Syrian Civil Defense White Helmets via APWeißhelme in der Provinz Daraa tragen verletzte Kinder nach einem Luftangriff aus einer Schule. Foto: dpa/Syrian Civil Defense White Helmets via AP

Tel Aviv/Berlin. Die syrische Hilfsorganisation Weißhelme hat im Bürgerkrieg mehr als 100.000 Menschen gerettet. Jetzt waren ihre Mitarbeiter selbst auf Hilfe angewiesen. Nach ihrer dramatischen Evakuierung will auch Deutschland Dutzende Weißhelme aufnehmen.

In einer bisher beispiellosen Rettungsaktion sind Hunderte Mitglieder einer syrischen Zivilorganisation und deren Familien mit Hilfe Israels aus umkämpften Gebiet in Sicherheit gebracht worden. Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums teilte am Sonntag über Twitter mit, es handele sich um Mitarbeiter der syrischen Hilfsorganisation Weißhelme. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.



Außenminister Heiko Maas (SPD) bestätigte die Aufnahme von Weißhelmen in Deutschland. Nach Angaben der "Bild" handelt es sich um rund 50 der Flüchtlinge.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erteilte eine Aufenthaltsgenehmigung. Das bestätigte eine Sprecherin des Ministeriums am Sonntag. Das heißt, die Syrer müssen nach ihrer Ankunft in Deutschland nicht Asyl beantragen. Paragraf 22 des Aufenthaltsgesetzes erlaubt eine Aufnahme aus dem Ausland "aus völkerrechtlichen oder dringenden humanitären Gründen". Die Weißhelme bestätigten die Rettung ihrer Mitglieder in einem Tweet. Die Evakuierung sei allein aus humanitären Gründen erfolgt.

Die jordanische Nachrichtenagentur "Petra" hatte zunächst berichtet, es seien 800 syrische Zivilisten gerettet worden. 

Maas: Einsatz verdiene Bewunderung und Respekt

Regierungstruppen hatten im Juni im Süden Syriens eine Offensive begonnen und in den vergangenen Wochen bereits zahlreiche Orte übernommen. Viele Menschen flohen in das Gebiet nahe der israelischen Grenzlinie auf den besetzten Golanhöhen. Israel hat in den vergangenen Jahren Tausende verletzter Syrer ärztlich behandelt, ist aber nicht zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit.

Außenminister Heiko Maas bestätigte die geplante Aufnahme von Mitgliedern der syrischen Hilfsorganisation in Deutschland. "Die Weißhelme haben seit Beginn des Syrien-Konflikts mehr als 100.000 Menschen gerettet", sagte der SPD-Politiker am Sonntag der "Bild". Ihr Einsatz verdiene Bewunderung und jeden Respekt, „und wir haben ihn aus Überzeugung unterstützt".

Mit dem Vormarsch des Regimes drohe vielen Weißhelmen nun Gefahr für Leib und Leben. „Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, dass viele dieser mutigen Ersthelfer nun Schutz und Zuflucht finden, einige davon auch in Deutschland." Auch das Bundesinnenministerium sei in die Planungen mit einbezogen gewesen.

Israel und Syrien sind verfeindete Länder. Während des Sechstagekriegs 1967 hatte Israel die syrischen Golanhöhen erobert und später annektiert. Im Syrien-Krieg verfolgt Israel eine Politik der Nichteinmischung. Israels Luftwaffe hat jedoch immer wieder Ziele in Syrien angegriffen. Die Bombardierungen richten sich Beobachtern zufolge gegen iranische Truppen und andere Kräfte, die wie die schiitische Hisbollah von Teheran unterstützt werden. 


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