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18.07.2018, 17:58 Uhr KOMMENTAR

Was hilft gegen Judenhass?

Von Stefanie Witte


Judenhass ist im Internet weit verbreitet. Foto: dpaJudenhass ist im Internet weit verbreitet. Foto: dpa

Osnabrück. Was tun gegen den wachsenden Antisemitismus im Internet, aber auch in den Köpfen vieler Menschen? Mehrere Politiker wollen entsprechende Straftaten und Äußerungen zählen und an Schulen eine Meldepflicht etablieren. Statistiken werden aber weder das Problem lösen, noch das Verständnis dafür revolutionieren.

Wer es wissen möchte, kann auch ohne neue Statistiken schon jetzt erfahren, dass Judenhass in Deutschland ein alltägliches, drängendes Thema ist.

Sinnvoller wäre es – wie immer bei Unbehagen oder Hass gegenüber Minderheiten – Kontakt herzustellen. Ziel muss sein, dass Jugendliche bei dem Wort „Jude“ nicht an eine Beleidigung denken, sondern an echte Menschen, die sie kennengelernt haben und die es zu respektieren gilt. Dazu braucht es konkrete Treffen, Berührung, Verständnis.

Wie wäre es mit einem Besuch in der nächsten Synagoge? Wie wäre es mit einer Einladung von Schulen an Kinder oder Enkelkinder von Holocaust-Überlebenden? Wenn es irgendwann keine Zeitzeugen mehr gibt, muss die Berührung mit Judentum und Antisemitismus in den Schulen dennoch weitergehen, sogar noch verstärkt werden.

Für solche Projekte bräuchte es nicht einmal Vorgaben von oberster Ebene. Jede Schule kann diesen Schritt machen.


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