Studie zu Hass im Web Zentralrat der Muslime: „Gefahr aus dem Netz wird unterschätzt“

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Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sieht ähnliche Entwicklung bei antisemitischem und antimuslimischen Rassismus. Foto: Oliver Berg/dpaDer Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sieht ähnliche Entwicklung bei antisemitischem und antimuslimischen Rassismus. Foto: Oliver Berg/dpa

Osnabrück. Hass und Gewalt im Netz nehmen zu. Eine neue Studie zeigt, dass inzwischen Antisemitismus das Internet durchdringt. Der Zentralrat der Muslime warnt davor, dass die Gefahr aus dem Netz unterschätzt wird.

Mit Blick auf die Studie der Technischen Universität Berlin zu Judenhass im digitalen Zeitalter hat der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, auf ähnliche Entwicklungen bei antisemitischem und antimuslimischem Rassismus verwiesen. In einem Gespräch mit unserer Redaktion sagte Mazyek: „Aus der Forschung über den antimuslimischen Rassismus wissen wir, dass Gewalt nicht im Netz bleibt, sondern sich den Weg in die analoge Welt bahnt. Und schließlich switcht es dann von der verbalen in die physische Gewalt um.“

„Rassismus geht uns alle an“

Nach Ansicht von Mazyek wird die Gefahr von Hass und Gewalt im Netz oft unterschätzt, aber von politischen Parteien – vor allem den Rechten – für ihre Zwecke instrumentalisiert: „Populisten und Extremisten jeglicher Couleur nutzen dies schon lange besonders stark für sich aus.“ Mazyek fügte hinzu, dass Rassismus alle angehe: „Das verlockende, aber brutal falsche Gefühl, ach das betrifft doch nur die Juden und Muslime, muss endlich weichen in: Es geht uns alle verdammt noch mal an und wenn wir nicht endliche unseren Hintern in Bewegung setzen, ist es zu spät.“

Studienergebnis besorgniserregend

In sozialen Medien, Blogs und Online-Kommentaren ist der Antisemitismus einer neuen Studie zufolge so stark wie noch nie. Das Web

2.0 sei mittlerweile von Judenfeindlichkeit und Hass auf Israel durchdrungen, heißt es in einer Langzeituntersuchung, die die Technische Universität (TU) am Mittwoch in Berlin vorstellte. Die Antisemitismus-Forscherin Monika Schwarz-Friesel sprach von einem „besorgniserregenden Phänomen“.

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