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17.07.2018, 18:10 Uhr KOMMENTAR

Überfüllte Notaufnahmen: Das Problem liegt woanders

Kommentar von Stefanie Witte

Notaufnahmen sind zunehmend überfüllt. Foto: imago/Christian SchroedterNotaufnahmen sind zunehmend überfüllt. Foto: imago/Christian Schroedter

Osnabrück. Noch immer zirkuliert der absurde Vorschlag, Patienten durch Strafzahlungen von der Notaufnahme fernzuhalten. Dabei wäre es höchste Zeit, wirksame und faire Mittel gegen die Überfüllung der Wartebereiche im Krankenhaus einzusetzen.

Dazu braucht es eine Antwort auf das Kernproblem des deutschen Gesundheitssystems: Es ist wahnsinnig kompliziert. Viele Migranten führen das vor Augen. Sie sind aus ihren Heimatländern gewohnt, bei Gesundheitsproblemen direkt ein Krankenhaus aufzusuchen und landen so in der Notaufnahme. Aber auch Deutsche haben Schwierigkeiten mit dem System aus Notaufnahme, Rettungsdienst, Notdienstambulanz und ärztlichem Bereitschaftsdienst.

Es braucht daher eine klar identifizierbare Anlaufstelle. Das kann eine Telefonnummer sein oder der Tresen im Krankenhaus, an dem geschultes Fachpersonal nicht nur entscheidet, wie dringend jemand behandelt werden muss, sondern auch, wer den Patienten am besten behandelt. Für die einen geht der Weg direkt in den Behandlungsraum der Notaufnahme, für den nächsten ins Wartezimmer. Künftig müsste es Standard sein, dass ein dritter zum Allgemeinmediziner geschickt wird.

Nur dann kann das Gesundheitssystem leisten, wofür es eigentlich da ist und Patienten möglichst effektiv versorgen.


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